Spielzeit 2011

Das Familienstück
Meister Eder und sein Pumuckl

Familienstück von Ellis Kaut

Wer kennt ihn nicht, den kleinen Kobold mit den roten Haaren? In diesem Jahr darf der Klabautermann, gespielt von Ferdinand Schmidt-Modrow einen neuen Raum erobern. Die Schreinerwerkstatt von Meister Eder steht nämlich auf der Felsenbühne der Luisenburg-Festspiele.

Dort bleibt Pumuckl seit der Premiere am Dienstag, den 24.05., am Leimtopf kleben bleiben und wird für den Meister Eder sichtbar. Wie es das Koboldgesetz will, muss er fortan bei ihm bleiben. Das hindert ihn jedoch nicht daran, weitere Abenteuer zu erleben und den Menschen in seiner Umgebung, für die er noch immer unsichtbar ist, Streiche zu spielen. So begleiten wir den reimenden kleinen Kerl zum Beispiel in die Schule, sehen ihn Verbrecher entlarven und allerhand Schabernack treiben.

Das Regieteam ist auf der Luisenburg bekannt, da es bereits in den vergangenen Jahren unsere erfolgreichen Familienstücke auf die Bühne brachte. Petra Wüllenweber führt Regie, die Bühne hat Peter Engel gestaltet, die Choreographien stammen von Sebastian Eilers, die bunten Kostüme entwarf Heide Schiffer-El Fouly und die Maske liegt in den Händen von Lilli Schulteß. Natürlich wird auch dieses Mal wieder viel gesungen und getanzt und die Musik dazu stammt von Markus Reyhani. Wer die Lieder gerne zuhause hören möchte, kann für 5,- € die CD zu unserem Familienstück kaufen.

In „Meister Eder und sein Pumuckl“ spielen Dieter Fischer und Ferdinand Schmidt-Modrow, sowie Caroline Hetényi, Susanna Kratsch, Ina Meling, Uschi Reifenberger, Katharina Schwägerl, Hendrik Schall, Alfred Schedl, Andreas Schwaiger und Günter Ziegler.

Premiere: 24. Mai 2011

Der Klassiker
Nathan der Weise

Dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

Der Klassiker dieser Saison, „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing, rundet das vielseitige Programm dieser Saison ab, das unter das Motto „Versöhnung“ gestellt werden könnte.

Schauplatz ist Jerusalem. Auf die heiligen Stätten erheben dreierlei Bewerber Anspruch: Moslems, Christen und Juden. Jeder sieht sich im Recht, hält seine Ansprüche aufrecht, doch wer hat die besten Argumente? Der Stärkste, der Klügste, der Reichste? Sind die Religionen nicht alle gleichwertig und gleichberechtigt? Sind es nicht die von außen herangetragenen „Unterschiede“ und „Wertigkeiten“ wie die Zugehörigkeit zu Rassen, Religionen, Nationen, Parteien, die ein friedliches Zusammenleben stören? Kann Liebe zwischen den Fronten vermitteln, können Einsicht, Toleranz und Weisheit die Welt verändern? Wohl kaum, wenn man, wie Lessing im Stück warnend anmerkt, nicht wirklich überzeugt ist: „Wer’s einfach glaubt, wird eben nicht selig; wer’s nur herunterbetet, nicht erleuchtet.“

Lessing hat vor über 230 Jahren ein aufregend aktuelles Stück geschrieben, das den heute weltweit heraufbeschworenen „Clash of Cultures“ schon damals als unsinnig gebrandmarkt hat. Das Stück dramatisiert Spannungen zwischen Christen, Muslimen und Juden, spielt Ursache und Wikung durch und leitet daraus den Ruf nach Menschlichkeit, Würde und Respekt ab. Damit verliert es seine Dringlichkeit im heutigen weltpolitischen Klima keineswegs – ganz im Gegenteil!

Das Musical
Blues Brothers

Musical

Die „Blues Brothers“ sind Kult! Ihr Leben eine Verfolgungsjagd! Und die offizielle Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ hat die Geschichte der Rhythm- & Blues-Band, die „Blues Brothers Im Namen des Herrn“ zugrundeliegt als „besonders wertvoll“ empfohlen. Sie wird in dieser Saison auf der Musical-Position zu erleben sein– und man muß sie erleben!

Die kleinkriminellen Musiker Jake und Elwood beschließen, ihr Waisenhaus, in dem sie sich als Kinder geborgen gefühlt hatten, vor der Schließung zu bewahren. Da ihnen aber von Schwester Oberin verboten wird, das nötige Geld auf „krummen“ Wegen zu „beschaffen“, machen sie sich „im Namen des Herrn“ auf den Weg und versuchen, ihre legendäre Band „The Blues Brothers“ wieder zusammenzutrommeln. Doch das ist bei dem diplomatischen und organisatorischen Geschick der Brüder und ihrem fatalen Hang, sich unentwegt mit der Polizei anzulegen, schlichtweg unmöglich. Unmöglich? Gibt es nicht! Und das ist gut so, denn es war einfach eine wahnsinnige Musik, die die „Blues Brothers“ gemacht haben, die niemanden auf dem Sessel hält – und von der dieses Stück lebt!

Erleben Sie alle Hits von „Everybody Needs Somebody“ über „Gimme Some Lovin“ bis hin zu „Sweet Home Chicago“ und lassen Sie sich elektrisieren von der einzigartigen Kraft des Rhythm & Blues!

Premiere: 30. Juni 2011

Das Volksstück
Der Holledauer Schimmel

Schelmenstück aus dem Hopfenlande von Alois Johannes Lippl

Das Schelmenstück aus dem Hopfenlande von Alois Johannes Lippl ist eine Wiederentdeckung. Vor 30 Jahren wurde dieses wunderbare bairische Volksstück zuletzt auf der Luisenburg gespielt. Es wartet mit einer großen Besetzung voll herrlicher Typen auf, wie sie derzeit auf hohem, professionellem Niveau nur auf der Luisenburg zu finden sind. In ihrer szenischen Raffinesse erinnert die turbulente und amüsante Komödie an den großen Shakespeare und in ihrer Brisanz ans Hier und Heute:

Die Bürgermeister und Bräuhausbesitzer der seit Jahren verfeindeten Nachbargemeinden Banzing und Haselbach, gespielt von Rudolf Waldemar Brem und Christian Hoening, beschließen, des größeren Profits wegen, die Versöhnung. Als sichtbares Zeichen dieser neuen und selbstverständlich „ewigen“ Freundschaft wollen sie ihre beiden Kinder (Ina Meling und Holger Matthias Wilhelm) zwangsverheiraten. Die Kinder haben aber natürlich ihre eigenen Pläne und auch die anderen „Schäfchen“ funktionieren nicht so, wie die Obrigkeit es ihnen verordnet. Man traut Politikern eben nichts – oder alles – zu!

Daneben wird immer wieder ein Schimmel gestohlen und dem ahnungslosen Kontrahenten als corpus delicti in den Stall gestellt…

Premiere: 24. Juni 2011

Die Operette
Die Fledermaus

Operette von Johann Strauß
(Gastspiel der Operettenbühne Wien)

Mit der “Fledermaus” von Johann-Strauß präsentieren die Luisenburg-Festspiele die klassischste aller Operetten als Gastspiel der Operettenbühne Wien – Heinz Hellberg. “Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß Heinz Hellberg, wie man auf der Bühne mit der Operette umgehen muß. Und man findet wohl keinen zweiten Dirigenten, der zugleich als Regisseur ebenso präzise, engagiert und stilsicher arbeitet…” schrieb die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur meinte: “Beschwingte und federleichte Aufführung… Nach dem letzten Vorhang brandete den Akteuren stürmischer Beifall entgegen.” Das Schweinfurter Tagblatt ergänzte: “Das Publikum ist zurecht begeistert von einer erstklassigen Aufführung…”

Und worum geht es? Um den Lebemann Gabriel von Eisenstein, der eine Haftstrafe antreten sollte, aber den Verlockungen einer rauschenden Ballnacht nicht widerstehen kann. Maskerade und Rollentausch voll pikanter Verbrüderungen beherrschen das Fest. Schnell aber ist die Nacht vorbei und … bei Tageslicht ist die Blamage perfekt: Die inszenierte Revanche einer gekränkten „Fledermaus“ ging auf. Es bleibt der berühmte Abgesang „Glücklich ist, wer vergißt“. Das ist aber nur eines der musikalischen Highlights, die von  Alfreds Trinklied „Trinke Liebchen, trinke schnell“ bis hin zu dem  weinseligen „Brüderlein und Schwesterlein“ reichen, ganz zu schweigen von Adeles „Mein Herr Marquis…“.

Die Oper
Die Zauberflöte

Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen

Es nützt dem Prinzen Tamino nichts, gleich in Ohnmacht zu fallen. Er muß seinen Weg selbst finden. Das ist nicht einfach, denn dieser wird bestimmt durch die beiden Antipoden – hier verkörpert durch die Königin der Nacht und Sarastro, den Hüter des Sonnenkreises. Taminos treuer Wegbegleiter, der Vogelfänger Papageno, ist keine allzu große Hilfe – obwohl er mit seiner Papagena durch Gewitztheit und Bodenständigkiet dem Prinzen möglicherweise meilenweit voraus ist.

Mit sicherem Gespür für theatralische Effekte setzte der Theaterleiter und Papageno-Darsteller Schikaneder in seiner einst für sein Wiener Vorstadttheater geschriebenen Singspielvorlage auf die Wirkung von Kontrasten, mischt Tragisches mit Komischem, Matriarchat und Patriarchat, Aufklärerisches mit Märchenelementen und Späßen aus der Volksposse. Durch die geniale Musik Mozarts, volkstümlich und heiter, weihevoll und ernst, Charakteristisches der Opera seria mit dem Typischem der Opera buffa verbindend, das Lied mit dem Gassenhauer, wurde die „Zauberflöte“ zum großen Welttheater.

Erleben Sie es hier in der einmaligen Atmosphäre der Felsenbühne, wo sich Kunst und Natur vereinen.

LuisenburgXtra
Indien

Tragikomödie von Josef Hader und Alfred Dorfer

Erstmals gibt es mit dem LUISENBURGXTRA IM MUSEUMSHOF eine Eigenproduktion im Hof des Fichtelgebirgsmuseums, das im ehemaligen Spital untergebracht ist, „unten“ im historischen Kern der Festspielstadt Wunsiedel. Die Reihe wird mit „Indien“, der Tragikomödie von Josef Hader und Alfred Dorfer, eröffnet

Josef Hader und Alfred Dorfer, die Autoren und Schauspieler der Uraufführung, zählen seit mittlerweile mehr als zwanzig Jahren zu den Inbegriffen der Wiener Kabarett-Szene. 1991 taten sich Dorfer und Hader zusammen und schrieben und spielten das satirische Stück “Indien”. Das mit mehreren Kleinkunstpreisen ausgezeichnete und an vielen deutschsprachigen Theatern gespielte Drei-Personen-Stück „Indien“ zählt zum Feinsten, was das Theater in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Unter anderem wird „Indien“ am Staatstheater Stuttgart als Dauerbrenner seit mehr als 5 Jahren gespielt.

DER SPIEGEL etwa urteilte, es sei ein „Wunderwerk des komischen Schreckens“, wie es sich „sonst nur noch Helmut Qualtinger und Thomas Bernhard in einer gemeinsam durchsoffenen Nacht“ hätten ausdenken können! Die Neue Zürcher Zeitung beschrieb Indien als „Witzig, derb, rührend, aber auch erschreckend ehrlich“.

1993 wurde unter der Regie von Paul Harather diese „zum Brüllen komische Arie vom lausigen Leben und kläglichen Sterben des armen Mannes“, dieses „Volksstück in der Nachfolge von Martin Sperr und Franz Xaver Kroetz“ (Filder-Zeitung Stuttgart), wie bei der Uraufführung mit den Autoren in den Hauptrollen, verfilmt. Auch dieser Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Inzwischen gibt es mehrere „nicht-österreichische“ Fassungen und Übersetzungen ins Englische, Französische, Ungarische und Flämische.

Das Schicksal führt in diesem Stücks zwei Protagonisten zusammen, wie sie unterschiedlicher nicht seien können. Von Amts wegen müssen der Bier trinkende, derb-bodenständige, aber eigentlich schweigsame Schnitzelesser Heinz Bösel und der sehr auf seine Ernährung achtende, asketisch-abgehobene und von fernöstlicher Philosophie bewegte Schnösel Kurt Fellner gemeinsam unterwegs sein um touristische Gastwirtschaften auszutesten.

So konträr sie sind, so wenig können sie sich ausstehen. Sie wissen nicht miteinander umzugehen, sie ignorieren sich, versuchen dann doch das Gespräch zu finden und geraten in Streit. In diesen Nicht-Dialogen schwadronieren sie ungeniert übers Fressen, Saufen, über Frauen und über das Leben. So entsteht eine sehr eigenwillige Beziehung zwischen den beiden.

Durch einen Schicksalsschlag verändert sich die Situation radikal. In dieser plötzlichen Todesnähe bemerken sie, dass sie nichts auf der Welt haben, außer einander. Aus einer grenzenlosen Abneigung ist für beide ein emotionaler Rettungsanker entstanden. „Indien“ ist eine Tragikömödie, wie sie dieser Bezeichnung wohl nur selten gerecht wird, über die zwei wohl „sympathischten Unsympathler“ (Wiener Kurier) die jemals auf einer Bühne gestanden haben. „Echt tragisch. Auch wenn wir die ganze Zeit g´lacht ham wie blöd.“ (Stuttgarter Zeitung).

Premiere: Donnerstag, 28. Juli 2011

Sonderveranstaltungen
Wolfgang Ambros & die Nr. 1 vom Wienerwald
Gerhard Polt & die Biermösl Blosn

Konzerte & Kabarett

Mit dem Kult-Stück „Der Watzmann ruft“ hat er 2008 die Luisenburg erobert! Jetzt feiert Wolfgang Ambros bei uns auf der Bühne 40 Jahre Rock‘n‘Roll!

Montag, 25. Juli 2011, 20.30 Uhr

Menü