Spielzeit 2009

Das Familienstück
Michel aus Lönneberga

Familienstück nach den Büchern von Astrid Lindgren

Das Familienstück der Saison 2009 stammt wieder von Astrid Lindgren, der wohl erfolgreichsten Kinderbuchautorin. Nach Ronja und Pippi spielt nun ein Junge die Hauptrolle: Michel aus Lönneberga.
Michel ist ein wirklich netter kleiner Lausbub. Das bestätigt sogar seine kleine Schwester Ida. Wie nun aber kleine Lausbuben sind, hat Michel immer Ideen, die meist sogar gut gemeint sind. Aber leider wird aus Michels guten Gedanken selten etwas Gutes…
Aus den vielen lustigen und unvergeßlichen Episoden, die Astrid Lindgren erzählt hat, haben wir einen bunten Bilderbogen (Szenenfotos von Hannes Bessermann und Norbert Grüner) für die Bühne zusammengestellt.

Premiere am 26. Mai 2009

Das Volksstück
Der Brandner Kaspar und das ewig´Leben

Bairisches Kultstück nach Franz von Kobell von Kurt Wilhelm

Franz von Kobell, der als ein Stammvater der bairischen Literatur gelten kann, schrieb 1871 seine kleine “G’schicht vom Brandner Kaspar” für die “Fliegenden Blätter”. Nachdem jeder gerne mitlacht, wenn der Tod überlistet wird, eroberte sich diese Miniatur, die sich auf heitere Weise mit den letzten Wahrheiten des Seins beschäftigt, schnell die Herzen der Leser.

Aus der Vorlage, die den prallen bairisch-barocken Katholizismus atmet, machte der vielfach preisgekrönte Regisseur Kurt Wilhelm eine bairische Komödie, die gleich nachdem sie 1975 am Münchner Residenztheater das Licht der Bühnenwelt erblickte zum bairischen Kultstück schlechthin wurde. Und fast alle großen und bekannten bairischen Schauspieler haben darin gespielt, angefangen von Gustl Bayrhammer als Portner bis hin zu Fritz Strassner und Toni Berger als unvergessenem Darsteller des Boandlkramers, der auch 1982 auf der Luisenburg diese “seine” Rolle spielte. Nun wird Michael Lerchenberg, der 1983 neben Berger auf der Luisenburg in der Rolle des Liebhabers Flori mitgewirkt hat und diese Rolle bis zur 900. und letzten Vorstellung im Jahr 2000 am Bayerischen Staatsschauspiel spielte, unser Boandlkramer sein und damit nach seinem großen Erfolg als Wittiber wieder als Schauspieler auf der Luisenburg-Bühne zu erleben sein.

Inhalt

Zum alten Brandner kommt der Tod in Gestalt des Boandlkramers und will ihn holen. Brandner verführt ihn aber mit „Kerschgeist”, wettet mit ihm um weitere 18 Jahre Leben und gewinnt, indem er ihn „b‘scheißt“. Nun braucht Brandner nichts mehr zu fürchten und er wird tollkühn.
Als nach drei Jahren Brandners geliebte Enkelin Marei verunglückt, erfährt Petrus durch sie von der „Unregelmäßigkeit”. Wütend befiehlt er dem Boandlkramer, den Alten sofort zu holen. Der Boandlkramer, der sein Wort nicht brechen will, greift nun seinerseits zu einer List und lockt den Brandner Kaspar ­ nur zum Anschauen ­ in den Vorhof des Paradieses…

Mutter Courage und ihre Kinder

Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg von Bertolt Brecht

Eine Chronik

Mit der „Mutter Courage” wird der Kreis der berühmten Volksstücke abgerundet. Bertolt Brecht wurde 1939 im schwedischen Exil durch die Geschichte der Marketenderin Lotta Svärd aus Johan Ludvig Runebergs „Die Erzählungen des Fähnrich Stål” angeregt, die im finnisch-russischen Krieg von 1808/09 spielen. Um das Allgemeingültige zu betonen, vor dem Krieg als solchem zu warnen und dessen Ursachen aufzudecken, griff er aber auch auf das berühmte deutsche Volksbuch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen zurück: „Ausführliche und wundersame Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche”, mit der Grimmelshausen schonungslos die Schrecken des Krieges beschreibt und die zu den bedeutendsten Schöpfungen der deutschen Literatur gehört.

Rosel Zech ist eine der wenigen großen, deutschen Schauspielerinnen, die in Film und Fernsehen genauso reüssieren wie auf der Bühne. (Schauspielerin des Jahres 1976, Goldener Bär 1982, Kainz-Medaille 1990, Bayerischer Filmpreis 1992, Merkur-Theaterpreis 2001) . In der Paraderolle der Mutter Courage macht sie sich mit ihrem Markedenterwagen und ihren drei Kindern Eilif (Matthias Lehmann ­ Rosenthal-Nachwuchspreis 2008), Schweizerkas (Matthias Ransberger) und der stummen Kattrin (Johanna Marx), auf den Weg durch die deutschen Lande in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Weil sie sich etwas davon versprechen, schließen sich ihr ein Koch (Peter Kaghanovitch ­ 2007 unser Mephisto) an und ein Feldprediger. Die berühmte Rolle des Feldpredigers, der für die nicht gerade moralische Art, mit der die Courage ihren Lebensunterhalt verdient, immer eine Entschuldigung bereit hat, solange er davon profitiert, spielt Ulrich Gebauer (Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Bochum, Burgtheater Wien etc.) bekannt aus vielen TV-Rollen, u.a. „Die Wiesingers” und „Ein Fall für zwei”, „Tatort”. Allgemein bekannt wurde er als der Münchner Oberstaatsanwalt Helmut Hafer in der Serie “Bei aller Liebe” und als Komissar Hendricks in der mit Preisen ausgezeichneten Serie „Dr. Psycho”.

Inhalt:

Anna Fierling, bekannt unter dem Namen Mutter Courage, die als Marketenderin vom Krieg lebt, zieht während des Dreißigjährigen Krieges, zusammen mit ihren drei Kindern und ihrem Planwagen, immer hinter den Truppen her, kreuz und quer durch Europa.

Eilif, ihr ältester Sohn, wird eines Tages als Soldat angeworben und zieht mit dem Heer. Auch ihren zweiten Sohn, Schweizerkas, kann sie nicht aus dem Krieg heraushalten. Er wird zum Zahlmeister und verliert sein Leben, weil er die Regimentskasse vor dem Feind versteckt. Schließlich wird die stumme Tochter Kattrin erschossen, weil sie eine schlafende Stadt vor dem nächtlichen Überfall durch ein feindliches Heer warnt.
Alleine, denn weder der Feldprediger noch der Koch sind die richtigen Begleiter, zieht Mutter Courage weiter auf der Suche nach ihrem Sohn Eilif. Doch auch der lebt nicht mehr: Er verlor sein Leben, weil er, wofür er im Krieg belobigt wurde, in einem kurz andauernden Frieden eine Bauernfamilie ausgeplündert hat …

Premiere: 2. Juli 2009

Peer Gynt

Ein dramatisches Gedicht von Henrik Ibsen
Übertragung von Christian Morgenstern
Musik von Edvard Grieg

Wild und anarchisch wie alle „richtigen“ Märchen ist „Peer Gynt“, das Sie mitnimmt auf eine spannende Reise in die innere und äußere Welt eines jungen, unbändigen Menschen. Spielerisch werden in „Peer Gynt“ immer wieder die Grenzen zwischen Realität und Phantasiewelt überschritten, ganz so wie die Hauptfigur es tut, denn Peer ist ein hin- und mitreißender Geschichtenerzähler. Man wehrt sich gegen die Faszination, die von ihm ausgeht, indem man ihn als „Lügner“ abgestempelt. Damit hat Peer Gynt aber in der Enge und Engstirnigkeit seiner Heimat keine Chance mehr und tut es seinem Autor (und uns) gleich und flieht. Peer Gynts (Lebens-) Reise beginnt in Ibsens Heimat im hohen Norden, führt ihn bis ins phantastische Reich der Trolle und ins exotische Afrika und endet nicht einmal im Irrenhaus, sondern wirft ihn wieder auf sich selbst zurück. Wie sich bei der “Inventur“ herausstellt, endet die rastlose Flucht Peers vor sich selbst im Bankrott. Vor lauter Rollenspiel hat er nicht zu sich selbst gefunden, gilt damit als „mißlungener Guß“, den umzuschmelzen zu einem neuen Versuch der Knopfgießer – die nordische Version des Boandlkramers – den Auftrag hat.

Peer Gynt ist wie Faust ein Glückssucher, durchstreift die „kleine und die große Welt“, aber er ist weniger der grübelnde Wissenschaftler als das „verhaltensauffällige“ Kind, das, wie Michel aus Lönneberga, „stets das Gute will und stets das Böse schafft“. Peer zieht daraus aber nicht die richtigen Schlüsse, er lernt nichts – er kann und will nicht „erwachsen“ werden.

Premiere am 17. Juli 2009

Die Operette
Gräfin Mariza

Operette in 3 Akten von Julius Brammer und Alfred Grünwald • Musik: Emmerich Kálmán
(Gastspiel der Operettenbühne Wien)

Die berühmte Geschichte von der Verlobung mit einem erfundenen, aber doch existierenden Bräutigam, die letztlich doch zu einer Verlobung mit dem erfundenen Verwalter wird, der in Wirklichkeit ein echter, wenn auch verarmter Graf ist, singen und spielen:

Gräfin Mariza: Heidi Brandstetter
Fürst Moriz Dragomir Populescu: Alois Walchshofer
Baron Koloman Zsupan: Alexander M. Helmer
Graf Tassilo Endrödy-Wittenburg: Michael Kurz
Lisa, seine Schwester: Susanne Fugger
Fürstin Bozena Cuddenstein zu Chlumetz: Nera Nicol
Penizek, ihr Kammerdiener: Gerhard Karzel
Tschekko, Marizas alter Diener: Walter Jenewein

Orchester Chor und Ballett der Operettenbühne Wien

Bühnenfassung, Regie und Musikalische Leitung: Prof. Heinz Hellberg • Choreographie: Enrico Juriano • Kostüme: Lucya Kerschbaumer • Technische Gesamtleitung: Valentin Piwek

Die Oper
Hänsel und Gretel

Oper von Engelbert Humperdinck

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen

ab Freitag, 21. August 2009

Sonderveranstaltungen
Opern auf bairisch
Fonsi Wachtlinger
Joachim Ringelnatz
Rundumadum

Konzerte & Kabarett

Opern_auf_Bairisch_2009Mit den „Opern auf Bairisch“ wird das Publikum auf dem grünen Hügel der Luisenburg bündiger bedient als auf dem im nahegelegenen in Bayreuth. Keine 17 Stunden, nur eben mal hundert Minuten dauert der Spaß und trotzdem wird der ganze „Ring“ erzählt, musiziert, vergegenwärtigt – in einem Aufwasch. Hinter dieser von Paul Schallweg in köstlich-kurios zusammengereimten Kurzfassung geht es lebensnäher und durchaus fleischlicher zur Sache als im Festspielhaus. Und doch steckt auch ein tieferes Wissen um Wagner zwischen all der lästernden Lustigmacherei. Der Opernfreund und Bayreuth-Pilger kann sich amüsieren und geschmeichelt fühlen in seiner bildungsbürgerlichen Kennerschaft. Aber auch jeder andere wird bestens unterhalten und findet vielleicht sogar, auch ganz ohne musikalische Vorbildung, über diese Satire einen Zugang zu dem sich als so schwierig und elitär gebenden Sagen- und Opernkomplex. Die bereits auf der Luisenburg bestens bekannten Rezitatoren Gerd Anthoff, Conny Glogger und Luisenburg-lntendant Michael Lerchenberg werden von dem Solistenensemble der Münchner Staatsorchester samt dem Schlagwerker Werner Hoffmeister mit seinem Arsenal aus Schellenbaum und Kuhglocken, Blecheimer und Nachtgeschirr, Wein- und Wärmflaschen, Vogelpfeiferl und Donnerblech begleitet. Unter der Leitung von Rolf Wilhelm, dem Bruder des „Brandner Kaspar“-Autors und dessen musikalischer Mitarbeiter an diesem Werk, schnagglts gewaltig und tutet, trötet und pfeift, trillert und brummt es nach Friedrich Meyers Noten und dazwischen erkennt man immer wieder Wagners Themen…

Also nicht versäumen: am Montag, 27. Juli 2009, 20.30 Uhr, auf der Luisenburg-Bühne: „Der ganze Ring in einem Aufwasch“ – frei nach Richard Wagner.

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