Spielzeit 2008

Das Familienstück
Räuber Hotzenplotz

Familienstück nach den gleichnamigen Kinderbüchern von Ottfried Preußler

Otfried Preußlers Kasperl-Geschichte gehört nicht nur als Buch zu den Bestsellern der Kinder- und Jugendliteratur, sondern ist auch als Theaterstück überall wo es gespielt wird der „Renner” schlechthin. Auf der Luisenburg wurde das Stück mehrfach gezeigt und ist bereits Spitzenreiter in der Hitliste der bisherigen Kinderstücke.

Es ist für Intendant Michael Lerchenberg auch Ansporn und Verpflichtung zugleich, das Kinder- und Familienstück nur renommierten Theaterleuten anzuvertrauen. In diesem Jahr inszeniert Christian Nickel, der sich in der letzten Saison mit dem „Faust“ erfolgreich vorgestellt hat, den „Räuber Hotzenplotz“. (umgekehrt bereitet Petra Wüllenweber, der die wunderschöne „Pettersson- und Findus“-Aufführung der letzten Saison zu verdanken war, diesmal den Klassiker „Die Räuber“ von Schiller). Die Bühne hat Peter Engel für den „Räuber Hotzenplotz“ eingerichtet, der im letzten Jahr Petterssons Bauernhof auf die Bühne gezaubert hat. Die Kostüme entwarf Julia Wernhard. Für die Musik zeichnet Heinz Grobmeier verantwortlich – und er spielt sie auch gleich selbst auf einem ausgefallenen Instrumentarium. Das allein schon ist für Kinder und Erwachsene eine Reise zur Luisenburg wert.

Die Titelrolle des Räuber Hotzenplotz spielt Alfred Schedl, ohne den man sich ein Kinder- und Familienstück auf der Luisenburg nur schwer vorstellen kann. Die Hauptpersonen aber sind Kasperl (Stefan Pohl) und Seppl (Till Florian Beyerbach), die ihrer Großmutter (Adolf Adam) eine selbstgebastelte „musikalische“ Kaffeemühle zum Geburtstag schenken. Die würde Hotzenplotz auch gerne haben. Und was ein guter Räuber ist, der nimmt sich, was er braucht.
Damit nimmt das „Unheil“ seinen Lauf. Was der gewichtige Wachtmeisters Dimpfelmoser (Gerhard Wittmann) nicht einmal mit Hilfe einer schrulligen Wahrsagerin, der Witwe Schlotterbeck (Uschi Reifenberger), schafft, nämlich den Räuber zu fangen, versuchen Kasperl und Seppl. Aber so einfach ist das nicht. Sie tappen in eine Falle, machen unliebsame Bekanntschaft mit dem großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann (Jürgen Fischer). Würde nicht die zur häßlichen Unke verzauberte bezaubernde Fee Amaryllis (Martina Ambach) helfen, käme es zu keinem guten Ende: bei der Großmutter mit frisch gemahlenen Kaffee und Pflaumenkuchen mit Schlagsahne.

Premiere: Mittwoch, 28. Mai 2008, 10.30 Uhr

Das Volksstück
Zwölfeläuten

Ein steirischer Schwank in 4 Akten von Heinz R. Unger — Fassung für die Luisenburg-Festspiele von Michael Lerchenberg

In extremen Zeiten ergeben sich die ­ im wahrsten Sinne des Wortes ­ irrwitzigsten Situationen, die tiefe Einblicke ins menschliche Wesen zulassen. Extremer als in den Wirren der letzten Kriegstage, dem Untergang des „1000jährigen Reiches“ und dem Anbruch einer „neuen Zeit“ konnte es kaum kommen ­ auch für die Bewohner eines kleinen österreichischen Bergdorfes. Mit den Mitteln des Volksstückes werden die verschiedenen Charaktere vorgestellt, die es überall gegeben hat und noch immer gibt. Für alle zusammen scheint zu gelten: je mehr sie sich ihrer „weltpolitischen“ Bedeutung bewußt werden, desto komischer werden sie.

Premiere am 18. Juli 2008

Der Klassiker
Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller

Schillers Schauspiel gehört einfach auf die Luisenburg, wie Aufführungen seit 1833 beweisen. Aber es geht hier nicht um Räuberromantik, sondern um die heute nach wie vor aktuelle Frage, wie Gewalt entsteht. Dann zeugt Gewalt immer neue Gewalt. Obwohl im Vorfeld der Französischen Revolution entstanden und obwohl Schiller mit seinem Erstling gegen staatliche Willkür opponierte, sind die „Räuber” kein im eigentlichen Sinne politisches Stück. Es setzt viel weiter unten an: in der Familie als Keimzelle der Gesellschaft, oder bei der Frage, wie so ähnliche Brüder auf so verschiedene Wege kommen können.

Der alte Moor hat zwei Söhne. Karl, der Erstgeborene und Lieblingssohn, führt in Leipzig ein lockeres Studentenleben. Franz, der Nachgeborene, eifersüchtig auf den großen Bruder und Alleinerben, sieht seine Chance gekommen, als Karl, zur Umkehr entschlossen, den Vater in einem Brief um Vergebung bittet. Franz hält Karls Brief zurück und hetzt den Vater mit einem angeblich von einem „Korrespondenten“ geschriebenen Text auf, der Karl als Frauenschänder, Mörder und Bandit darstellt. Damit bringt Franz den Vater so weit, daß er Karl verbannt und enterbt.

Karl ist darüber so entsetzt, daß er, weil er „keinen Vater mehr, keine Liebe mehr“ hat, sich Blut und Tod zum Vergessen verschreibt, sich einer Räuberbande anschließt und deren Hauptmann wird. Karl verstrickt sich immer tiefer in den Teufelskreis und schwört schließlich den Räubern ewige Treue. Bevor er alle Brücken hinter sich abbricht, will er sich von seiner geliebten Amalia verabschieden. Verkleidet geht er nach Hause zurück, findet Franz, der den Vater aus dem Weg geschafft hat und nun als Erbe regiert, findet Amalia, die ihm treu geblieben ist und sich Franzens Annäherungs- und Vergewaltigungsversuchen widersetzt hat, durchschaut die Intrigen und erkennt das Ausmaß der Tragödie, in die er sich verstrickt hat…

Premiere: Freitag, 27. Juni 2008

Der Watzmann ruft – live

Alpen-Rustikal von Wolfgang Ambros, Manfred O. Tauchen, Joesi Prokopetz, mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlags

Der ewige Kampf des Menschen mit dem Berg: Alpen-Rustikal von Wolfgang Ambros, Manfred O. Tauchen, Joesi Prokopetz, mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlags

Mit Wolfgang Ambros und der Nr.1 vom Wienerwald, Joesi Prokopetz, Christoph Fälbl, Stephan Lehmann (Antenne Bayern) als Gailtalerin, sowie Susanne Kratsch, Brigitte Recher, Katrin Ruhnke, Gudrun Zimmermann • Stephen Appleton, Karl-Maria Drexler, Christian Rovny, Günter Ziegler

Der Berg ruft noch immer ­ oder genauso unerbittlich das Publikum. Das hatte sich keiner der Autoren und Darsteller 1972 träumen lassen, als sie aus einer „Schnapsidee” heraus ein „Rustikal” über den Kampf zwischen dem Berg und dem Menschen entwickelten, das über Nacht zum Kultstück wurde und es bis heute geblieben ist.
„Das verrückteste, lauteste, frechste und frivolste Stück, das es auf der Felsenbühne je gab…“

Die G’schicht

„Hollaröhdulliöh“, ruft der Berg, schrecklicher und Unheil verkündender als je zuvor. „Hollaröhdulliöh“, dröhnt es durch die Schluchten, und sogar die beiden Knechte, die mit Intelligenz nicht gerade gesegnet sind, wissen sofort, daß der verfluchte Geist nun wieder nach einem Opfer verlangt. Und wer den alten Bauern und seinen vorlauten Sohn beim Mittagessen um den Suppenlöffel streiten sieht, der ahnt schon, wen er sich diesmal holen wird, der Watzmann.

Tatsächlich brauen sich finstere Gewitterwolken zusammen. Doch es ist kein normaler Sturm, der um den kleinen Bergbauernhof pfeift. Der Geist hat sich sein Opfer gewählt. Dem Bauern sein’ Bua ist’s, dem der Donner gilt. Aber noch hat er ihn nicht in seinen eisigen Klauen. Noch einmal hat des Vaters Flehen genützt – oder waren es doch die Gebete der verängstigten Weiberleut?

Aber der Watzmann ist der Schicksalsberg, erhaben und so groß, daß wir gegen ihn nur Zwerge sind! Zwei solcher Zwerge, Vater und Sohn, wagen sich immer weiter den Hang hinauf. Nur kurz erfreuen sie sich an der herrlichen Landschaft, denn der Berg hat kein Einsehen und schickt dunkle Wolken. Er will sein Opfer haben, ruft erneut nach dem Buam und diesmal gibt’s kein Halten mehr!

Premiere am 3. Juli 2008

Die Operette
Das Schwarzwaldmädel

Operette von Léon Jessel
(Gastspiel der Operettenbühne Wien)

Im Schwarzwalddorf St. Christof bereitet sich Domkapellmeister Blasius Römer auf das diesjährigen Cäcilienfest vor, als zwei Wandermusikanten bei ihm um Quartier bitten. In Wahrheit handelt es sich bei den beiden um Hans und Richard, die auf der Flucht vor Hans’ nervender Verehrerin Fräulein Malwine von Hainau sind. Doch Malwine ist ihnen nachgereist …

Um auf dem Fest mittanzen zu können, leiht sie sich beim Domkapellmeister eine Tracht aus und besteht darauf, dass auch das Bärbele, seine junge Magd, eine Tracht geliehen bekommt. Aus lauter Dankbarkeit gibt Bärbele dem alten Kapellmeister einen Kuss, der diesen als versteckten Liebesbeweis wertet und beschließt, nach dem Fest um ihre Hand anzuhalten. Malwine versucht nun Hans eifersüchtig zu machen, in dem sie mit Richard flirtet, Hans hat aber nur Augen für das Bärbele. Auf dem Volksfest münden alle Liebeswirren, zusammen mit der bevorstehenden Bürgermeisterwahl und dem gar nicht schwarzwaldgerechten Verhalten des zugereisten Berliner Kaufmanns Schmußheim, in einer fulminanten Rauferei.

Am nächsten Morgen klären sich die Verhältnisse: Richard und Malwine bleiben zusammen, Bärbele hat eine reiche Erbschaft gemacht und Hans nimmt sie mit nach Berlin. Der alte Domkapellmeister verzichtet mit der Weisheit des Alters auf die junge Magd.

Die Oper
Tosca

Oper von Giaccomo Puccini

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen

23. bis 25. August 2008

Sonderveranstaltungen
Hofer Symphoniker
Wolfgang Ambros
Ottfried Fischer
Ludwig Thoma
Karl Valentin

Konzerte & Kabarett

Ein SOMMERKONZERT mit den Hofer Symphonikern

Mo. 21. Juli 2008, 20.30 Uhr • 21,­ € auf allen Plätzen

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