Spielzeit 2007

Das Familienstück
Pettersson & Findus

Familienstück nach den gleichnamigen Kinderbüchern von Sven Nordqvist

Noch nie was vom alten Pettersson gehört? Dann wird es höchste Zeit!

Pettersson, ein etwas verschrobener Bauer lebt mit seiner Katze Findus auf einem kleinen, alten Bauernhof. Aber das Landleben ist bei Pettersson und Findus alles andere als eintönig. Da ist ganz schön viel los: Für Findus muß eine Geburtstagstorte gebacken werden, ein Fuchs mittels Feuerwerk und Gespenst verjagt, ein wilder Stier gebändigt und ein krähender Hahn muß beruhigt werden! Und dann diese Hühner – von den Mucklas ganz zu schweigen!

1984 zeichnete Sven Nordqvist aus einer Laune heraus zum ersten Mal die Figuren Pettersson und Findus. In seinen Bildern hält er nicht nur Situationen fest, sondern erzählt einfallsreiche Geschichten. Deshalb eignen sich seine Vorlagen auch besonders für das Theater, das ja auch (nur) mit bewegten Bildern Geschichten erzählt.

Heute kennt man die Abenteuer vom wunderlichen Pettersson und seinem frechen Findus auf der ganzen Welt. In 29 Sprachen sind die skurrilen und einfallsreichen Geschichten bereits zu haben, und seit 1984 sind von Pettersson und Findus neun Bilderbücher, zwei Sachbücher sowie vier CDs herausgekommen, dazu zwei Kinofilme und eine Fernsehserie. Über fünf Millionen Bücher und CDs mit den verrückten Abenteuern wurden allein bei uns in Deutschland bisher verkauft und damit ist Sven Nordqvist hierzulande sogar erfolgreicher als Astrid Lindgren! Es war also längst an der Zeit, daß dieser Klassiker der Jugendliteratur auch für die Naturbühne der Luisenburg bearbeitet wurde. Jetzt ist es so weit!

Premiere: Mittwoch, 23. Mai 2007

Das Volksstück
Die Bernauerin

Ein bairisches Stück von Carl Orff

Den geschichtlichen Hintergrund des Stückes bildet der jahrzehntelange Machtstreit der Wittelsbacher Herzöge, deren Land in die Herzogtümer Baiern-München, Baiern-Ingolstadt, Baiern-Landshut und Baiern-Straubing-Holland geteilt worden war. Baiern-Straubing wurde nach dem Tod von Johann III. und einem heftigen Erbfolgestreit 1429 unter die drei anderen Herzogtümer aufgeteilt.

In München bangte Herzog Ernst, daß dem Herzogtum Baiern-München das gleiche Schicksal widerfahren könnte. Als Nachfolger kamen nur AdoIph, das kränkliche Söhnchen seines 1435 verstorbenen, gleichberechtigten Bruders Wilhelm in Frage, das mit fünf Jahren starb, und sein einziger Sohn Albrecht. Albrecht, besonders geliebt von seiner italienischen Mutter, wurde vorausschauend auf die böhmische Krone (die er allerdings dann weise ausschlug) am Prager Hof König Wenzels erzogen, der an Üppigkeit und Freizügigkeit Paris in nichts nachstand. Sein Siegel zeigt bezeichnenderweise neben einem der damals üblichen Helmkleinode ein nacktes Weib, das in beiden Händen lange, am Helmschmuck befestigte Ketten hält.

1428 lernte Albrecht in Augsburg die knapp zehn Jahre jüngere, besonders hübsche, anmutige und tugendsame Agnes, Tochter des Baders Kaspar Bernauer, kennen. Das wäre nichts Außergewöhnliches gewesen ­ auch von König Wenzel wird von einer Beziehung zu einer Baderin berichtet, jedoch Albrecht stand zu dieser Liebe und heiratete Agnes 1432 heimlich. Solche „Winkelehen“, die ohne Zeugen und Formalitäten geschlossen wurden, galten trotzdem als nur durch den Tod auflösbar. Diese Lösung wählte Herzog Ernst, denn Kinder aus dieser Ehe mit der „Badhur“ Agnes wären niemals als Thronfolger anerkannt worden und zu einer Annullierung war das junge Paar nicht bereit. Herzog Ernst ließ seine Schwiegertochter, nachdem man Albrecht unter einem Vorwand weggelockt hatte, am 12. Oktober 1435 in der Donau bei Straubing ertränken.

Unser Stück endet, wie schon frühere Vorlagen, die, einem natürlichen Taktgefühl und Gerechtigkeitssinn folgend, die historische Wahrheit verschweigen, mit dem frühen Tod des alten Herzogs. In Wirklichkeit söhnte sich Albrecht, nach einem wütenden Aufbegehren, mit seinem Vater aus und heiratete am Namenstag der heiligen Agnes 1437 Anna von Braunschweig. Mit ihr bekam er zehn Kinder, was die herzogliche Linie Baiern-München aufblühen ließ.

1447 ließ Albrecht die Gebeine der „ehrsamen Frau Agnesen der Pernawerin“ in die Grabkapelle im Friedhof von St. Peter zu Straubing bringen. Jetzt ruht Agnes Bernauer angeblich neben Herzog Albrecht und dessen zweiter Frau in dem von ihm gegründeten Kloster Andechs ­ wo auch Carl Orff beigesetzt wurde.

Orffs „Bernauerin” aus seinem „Bairischen Welttheater” ist wohl die gelungenste Mischung aus Sprache und Musik in der deutschen Dramenliteratur und von Shakespearescher Größe.

Das Schicksal der Augsburger Baderstochter, die nicht Gemahlin des jungen Thronfolgers Albrecht bleiben durfte und aus Gründen der Staatsräson als Hexe in der Donau ertränkt wurde, ist eine auch heute immer noch bewegende Geschichte einer großen Liebe, die keine Chance hat gelebt zu werden.

Die junge Julia Eder, Rosenthal-Nachwuchspreisträgerin 2006, spielt die Agnes Bernauer, ihr Herzog Albrecht ist Heiko Ruprecht vom Bayerischen Staatsschauspiel, und es gibt ein Wiedersehen mit Karl Friedrich in der Paraderolle des 1. Bürgers.

Premiere: Fr, 22. Juni 2007

Der Klassiker
Faust

Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe

Faust, ein Wissenschaftler auf der Suche nach unbedingter Erkenntnis, dem Sinn und dem Glück des Lebens, verbindet sich dafür mit dem Teufel, sprich: Mephisto. Dieser bringt ihm das junge, unschuldige Gretchen. Faust in der Gestalt eines jungen Mannes verführt Gretchen und verläßt sie. An der Frucht dieser „Liebe” zerbricht Gretchen, und da der Teufel seine Hand im Spiel hat, kommt es zur Katastrophe.

Mit Goethes „Faust”, dem berühmtesten Werk des Labyrinth-Wanderers Goethe ibei dessen Niederschrift er nachweislich das Felsenlabyrinth vor Augen hatte, steht nach 1937, ‘39, ‘41, ‘61 und 1990 wieder einmal dieses große Werk der klassischen deutschen Theaterliteratur auf dem Programm, eine gute Tradition auf der Luisenburg. Der „Peter-Stein-Faust”, Christian Nickel, inszeniert, Siemen Rühaak vom Bayerischen Staatsschauspiel gibt den Faust und Kathrin Ackermann spielt die Kupplerin Marthe Schwerdtlein.

Premiere:  Freitag, 13. Juli 2007

Die drei Musketiere

Spektakel von Peter Lüdi und Christian Ewald nach dem berühmten Roman von Alexandre Dumas

Die berühmte und spannende Geschichte von dem jungen Gascogner d’Artagnan, der nach Paris zieht um Musketier zu werden und um die Welt und die Frauen zu erobern. Sofort gerät er in die Intrigen und Kämpfe mit Kardinal Richelieu (Michael Boettge) und Graf Rochefort mit der Meisterspionin Lady de Winter um die wahre Macht im Königreich von Ludwig XIII. und Anna von Österreich, der bezaubernden Königin. Mit seiner Naivität, seinem Mut und seinem unerschütterlichen Glauben an Ideale mischt er die verfiltzten und moralisch verkommenen Strukturen auf und rettet mit seinen Freunden Krone, Ehe und Macht des Königs.

Premiere:  Freitag, 29. Juni 2007

Die Operette
Das Dreimäderlhaus

Operette von Heinrich Berté
(Gastspiel der Operettenbühne Wien)

Gastspiel der Operettenbühne Wien · am 8. August 2007, zusätzlich am Freitag, 10. August 2007, 15.00 Uhr

Die Oper
Othello

Oper von Guiseppe Verdi

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen

Musikalische Leitung: Michele Carulli • Inszenierung: Michael Heinicke • Ausstattung: Stefan Wiel •Choreinstudierung: Sebastian Matthias Fischer

Mit Dilek Geçer als Desdemona, Daniel Magdal als Othello, Grigor Shagoyan als Jago u.a.

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen · ab 18. August 2007

Sonderveranstaltungen
Hofer Symphoniker
Konstantin Wecker
Hermann Hesse
Allzu Menschliches – Sachen zum Lachen
Carl Orff: Astutuli
Orff on the rocks

Konzerte & Kabarett

Ein SOMMERKONZERT mit den Hofer Symphonikern

mit Werken von Gioacchino Rossini, Georges Bizet, Pjotr I. Tschaikowski, Nikolai Rimsky-Korsakow u.a.
Montag, 16. Juli 2007, 20.30 Uhr

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