Spielzeit 2016

Das Familienstück
Am Samstag kam das Sams zurück

Familienstück von Paul Maar

von links: Paul Kaiser als Herr Mon, Johann Anzenberger als Herr Kules, Norbert Heckner als Herr Taschenbier, Simone Bartzick als Sams

Wenn das Sams zurückkommt, dann …
Wie die Geschichte weitergeht

Das Sams ist weg. Und Herr Taschenbier vermisst sein Sams, dieses kleine rüsselnasige Wesen mit roten Haaren so sehr, dass er sich alle Mühe gibt, es endlich wieder in seine Arme zu schließen.
Aber, wie bekommt man ein Sams zurück? Ganz einfach, indem man die Wochentage ernstnimmt, damit am Samstag Sams Tag ist: am MONtag kommt Herr Mon, am DIENSTag ist Dienst, am MITTwoch ist die Mitte der Woche, am DONNERstag muss es donnern und am FREItag nimmt sich Herr Taschenbier frei. Gesagt, getan.

Und siehe da, es klappt. Am Samstag kommt das Sams zurück und bringt Herr Taschenbier neue Wunschpunkte, mit denen sich Wünsche erfüllen lassen. Allerdings ist es mit dem Wünschen so eine Sache – wer sich verwünscht, seine Wünsche nicht gut und genau überlegt, der steht am Ende mit leeren Händen da.
Zum Glück gibt es eine Wunschmaschine, die Wünsche aller Art erfüllen kann, wenn man versteht, sie zu bedienen. Was Herr Mon nicht versteht, weshalb sein Papagei, Herr Kules, bald ohne Ende plappert und alle hin und her und rauf und runter gewünscht werden.

Dieser Herr Lürcher, der dem Sams und Herrn Taschenbier nicht über den Weg traut, blamiert sich bei der Polizei und sorgt sich um die Ordnung. Die wiederum interessiert das Sams überhaupt nicht, vielmehr will es immer essen und verdrückt in einem Restaurant die Speisekarte. Das stillt den Hunger nicht, führt aber zum Rauswurf und der Erkenntnis, dass eine Reise vielleicht die Dinge wieder ins Lot bringen kann.

Herr Taschenbier „verwünscht“ sich und das Sams auf eine Südseeinsel, auf der sie von einem Jäger zur Verzweiflung gebracht werden und sich fragen, wie sie denn jemals wieder nach Hause kommen sollen. Herr Mon hilft da unfreiwillig und am Schluss widersprechen sich die Wünsche und das Chaos ist perfekt.
Herrn Taschenbier bleibt die Gewissheit, dass jeder Wunsch genau überlegt sein muss, besonders der letzte den er noch übrig hat.

Was Herr Taschenbier sich mit dem allerletzten Wunschpunkt sehnlichst wünscht, ist eigentlich glasklar: das Sams möge für immer bleiben!

Der Klassiker
Bluthochzeit

Schauspiel-Tanz-Theater über Liebe, Tod und Leidenschaften von Federico Carcía Lorca

Wenn Gefühle explodieren, muss man schreien – oder tanzen
Eva-Maria Lerchenberg-Thöny inszeniert Federico Garcia Lorca auf der Felsenbühne

Eine junge Braut wird in eine arrangierte Ehe mit einem Mann gezwungen, den sie zwar nicht liebt, dem sie sich aber aus Familienraison fügen will – bis ihre wahren Gefühle, die verborgen in ihr rebellieren, an die Oberfläche drängen. Denn die fügsame Braut liebt einen anderen Mann und dieses Gefühl lässt sich weder ungestraft in den Körper einsperren noch verbieten.

Der menschlichen Liebe, dieser Lebensgrundlage jedes Menschen, stehen schlicht und einfach die Interessen einer Gesellschaft entgegen, die Tradition und Familiengehorsam über alles stellt und die das nackte Überleben zum alleinigen Daseinszweck erklärt.

Für diese erschütternde Konstellation findet die Inszenierung faszinierende Bilder von Menschen, die sich nicht einfach nur gegen etwas auflehnen oder protestieren, sondern die ihr Leben zwischen elementaren Kräften zu bewahren suchen: zwischen der individuellen Freiheit und dem erdrückenden Zwang dessen, was wir immer schon vorfinden; nicht nur gestern, auch heute und vermutlich noch morgen.

In der von Eva-Maria Lerchenberg-Thöny eigens für die Luisenburg Festspiele erarbeiteten Fassung des Dramas, stehen diese Frauen und ihr Kampf gegen die archaischen Verhältnisse im Zentrum. In einer kongenialen Inszenierung gibt die Regisseurin und Choreografin den Figuren Lorcas Stimme und Körper, ihren existenziellen Widerstand nicht nur mit Worten, sondern mit der Ausdruckskraft der ganzen Person zu leisten.

Die Choreografie überträgt diese existenzielle Grundlage in eine anschauliche Geschichte von leidenschaftlicher Annäherung und Abstoßung, von hoffnungsvollen Körpern und erdrückender Enge. Vor der Kulisse der Felsenbühne, die der Erzählung vom unfreien Menschen eine weitere Dimension hinzufügt, wird dem Zuschauer Lorcas alte Tragödie anschaulich und rückt bis in die Gegenwart heran.

Tanz, Musik und die poetische Sprache Lorcas bilden auf dem gewaltigen Felsentheater ein Drama, dessen hohe Emotionalität sich auf die Zuschauer übertragen wird – ein bewegtes und bewegendes Spiel der großen Gefühle.

Das Musical
CATS

Musical von Andrew Lloyd Webber
Basierend auf dem “Old Possums`s Book of Practical Cats” von T.S. Elliot
Deutsch von Michael Kunze

„CATS“ – der Ball der Katzen
Was auf der Bühne geschieht

Ein Steinbruch im Mondschein. Es schleichen sich kleine Katzen, die Jellicle-Cats an und beginnen mit dem Jellicle-Ball, ein Fest, an dessen Ende eine der Katzen vom weisen Old Deuteronomy, dem Oberhaupt aller Katzen, zum Aufstieg in den Katzenhimmel und somit für ein zweites Katzenleben ausgewählt wird.

Eine von ihnen, Kater Munkustrap, beginnt zu erzählen und nach und nach der stellen sich alle Katzen mit ihren Geschichten vor: von der edlen Victoria zur gutmütigen Gumbie, von der rockigen Rum Tum Tugger  bis zur alten Grizabella, die überraschend auf der Szene erscheint.

Sie, die einst eine Glamourkatze war bis sie die Katzenfamilie verließ und sich in die Welt aufmachte, ist jetzt ein Häufchen Elend und von ihrem Ausflug gezeichnet. Die Jellicle-Cats meiden sie und bewundern lieber den rundlichen Bustopher Jones, eine Gentleman-Katze der alten Schule, der seinen Charme bereitwillig versprüht.

Macavity erscheint, der Bösewicht unter den Katzen, und verschwindet sogleich wieder. Zwei besonders kecke Katzen treten auf, die wilden Mungojerry und Rumpleteazer, die alles zerstören was ihnen vor die Pfoten kommt.
Da betritt das Oberhaupt, Old Deuteronomy die Szenerie. Zwei Katzen erzählen seine Geschichte und berichten von seinen vielen Leben.

Grizabella schleicht erneut heran und träumt von besseren Zeiten.

Jetzt ist der Ball in vollem Gange und auch Old Deuteronomy erinnert sich an sein Leben, während Gus, der alte Theaterkater, seinen Glanzzeiten nachtrauert: einst spielte er einen gefürchteten Piratenkater namens Growltiger und machte Lady Griddlebone schöne Augen bis er auf seinem Schiff in einen Kampf verwickelt wird, vor dem er sich nur mit einem Sprung ins Wasser retten kann.

Skimbleshanks tritt auf, der Kater, der nachts auf den Eisenbahnzügen wacht und die Mäuse vertreibt. Mitten in dieser Zugfahrt taucht Macavity wieder auf, der Ganove unter den Katzen, der nie zu fassen ist. So auch jetzt: kaum ist er da, verschwindet er schon wieder und mit ihm Old Deuteronomy.

Jetzt kann nur noch Zauberei helfen: Mr. Mistoffelees, der Zauberer, holt Old Deuteronomy mit seinen magischen Kräften zurück.

Der Tag bricht an und der Ball kommt zum Höhepunkt – die Wahl in den Katzenhimmel. Grizabella stört schon wieder und schwelgt noch immer in ihren Erinnerungen. Traurig will sie gehen, da hält Victoria sie zurück und Old Deuteronomy erlöst sie endgültig: sie wird auserkoren und kommt in den Himmel.

Das Volksstück
Der verkaufte Großvater

Eine bäuerliche Groteske von Anton Hamik

Wie man einen Opa verschachert

Eine beinahe alltägliche Situation: Opa ist störrisch, will nicht sterben und lässt sich um nichts in der Welt stillstellen. Im Gegenteil, er treibt Unfug und stiftet Verwirrung und Unheil. Weniger normal ist es, sich dieses Problems mittels eines Geschäfts zu entledigen: Großvater wird verkauft, ganz einfach.

Nur: Wer kauft schon Opas?

In diesem Fall der Hasslinger, ein reicher Händler, der weniger am Großvater interessiert ist als an dem Vermögen des Alten, der angeblich zwei Häuser besitzt. Wovon wiederum der aktuelle „Besitzer“, der verschuldete Kreithofer nichts ahnt.

Also erlöst man den Kreithofer von seinem Schwiegervater, den der ohnehin loswerden will und spekuliert auf ein gutes Geschäft. Vorausgesetzt, der Alte lässt sich hinters Licht führen…

Doch der spielt sein eigenes Spiel mit den beiden, lässt sich scheinbar auf alles ein und schmiedet hintersinnig seine eigenen Pläne. Es beginnt ein irrsinniges Wechsel- und Verwirrspiel, bei dem nicht nur alte Männer ihr Fett abkriegen sondern auch die Verhältnisse neu, und das heißt im Sinne von Opa geordnet werden.

Und, wen wundert’s, am Ende gibt es ein Happy-End, die Richtigen kriegen sich, die Falschen gehen leer aus und der Großvater obsiegt.

Die Operette
Der Bettelstudent

Operette in drei Akten von Carl Millöcker
Libretto von F. Zell und Richard Genée

Gastspiel der Operettenbühne Wien

Der Bettelstudent – eine Geschichte im Walzertakt

Ein Fürst, der vorgibt ein gemeiner Vagabund zu sein, der vorgibt ein Fürst zu sein – der „Bettelstudent“ ist eine fulminante Verwechslungskomödie, deren Musik und weltbekannte Melodien bis heute das Publikum begeistern.

Auf der Bühne gehört dieser Klassiker des Genres zu den am meisten gespielten Operetten, der nach wie vor durch seine Lieder und seinen enormen Spielwitz fasziniert, wie die Jubiläumstournee der Operettenbühne Wien eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Nichts verleitet mehr zur Rachsucht als verschmähte Liebe. So schmiedet Oberst Ollendorf einen bösen Plan um Laura, die Tochter der Gräfin Nowalska, zu entehren. Doch der vermeintlich arme Student einfacher Herkunft, Symon Rymanowicz, den er engagiert um Laura hinters Licht zu führen, gibt nicht nur vor, der perfekte Mann für sie zu sein.

Eine verkehrte Welt, die am Ende durch die Liebe harmonisch geordnet wird und in der die Gegensätze musikalisch überwunden werden. Nicht zuletzt, weil im ¾ -Takt Schultern geküsst und alle immerzu betört werden.

Die Oper
Carmen

Oper von Georges Bizet
Nach einer Novelle von Prosper Mérimée

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen

Carmen – ein umstrittener Welterfolg

Die Oper „Carmen“ wurde zur Zeit ihrer Uraufführung 1875 in Paris als problematisch empfunden – zu exotisch, zu vulgär.

Denn wie die Vorlage von Mérimée führt die Handlung in niederste soziale Schichten, in das Milieu von Arbeiterinnen, Soldaten, Zigeunern und Schmugglern.

Auch sprengt Bizet, der sich hier musikalisch zwischen Liebeshoffen und Todesmut bewegt, den Rahmen der französischen Opéra comique und komponiert im Vorfeld des italienischen Verismo ein ungewöhnlich realistisches Drama, das von unerfüllter Leidenschaft erzählt und zudem tragisch endet.

Nur wenige Zeitgenossen, wie beispielsweise Peter Tschaikowski sahen voraus, dass dieses ungewöhnliche Werk bald „zu den beliebtesten Opern der Welt“ zählen würde.

Carmen – worum es geht

Carmen, der Zigeunerin, einer temperamentvollen Ausnahmeerscheinung, der alle Männer zu Füßen liegen, geht ihre Freiheit über alles und dennoch sehnt sie sich nach wahrer Liebe.

Ein scheinbar unlösbarer Widerspruch, der für alle Beteiligten in die persönliche Katastrophe führt: Vergeblich fordert der Sergeant Don José, der Carmen seine bürgerliche Existenz opfert, von der Zigeunerin Treue. Vergeblich versucht das Bauernmädchen Micaela, Don José zu retten.

Vergeblich wird der Torero Escamillo nach gewonnenem Kampf auf Carmen warten: Als Don José begreift, dass es ihm nie gelingen kann, eine Frau wie Carmen dauerhaft an sich zu binden, zerstört er ihr Leben und damit sein eigenes.

LuisenburgXtra
Weitere Aussichten

Ein Stück für Therese Giehse
von Franz Xaver Kroetz

Gabriele Dossi als Frau Ruhsam mit Kanarienvogel "Burle"

Eine alte Frau nimmt Abschied. Abschied von ihrer Wohnung und von ihrem bisherigen Leben, welches nun auf 2 Koffer zusammenschrumpft. Denn mehr kann sie nicht mitnehmen ins Altersheim. Franz Xaver Kroetz, einer der wichtigsten deutschen Theaterautoren des 20. Jahrhunderts, schrieb diesen großen, stillen und unaufgeregten Monolog für die große Münchner Brecht-Schauspielerin Therese Giehse, vom hessischen Rundfunk 1975 als Fernsehspiel aufgezeichnet. Eine Hommage, die gleichzeitig die letzte Rolle der Giehse bleiben sollte, und eines der erfolgreichsten Stücke des Autors.

Im Innenhof des Fichtelgebirgsmuseum spielt Luisenburg-Schauspielerin Gabriele Dossi (zuletzt in “Sams” und “Fahnenweihe”) dieses berührende Stück, welches thematisch “Der verkauften Großvater” so gut ergänzt.

LuisenburgXtra
Karl Valentin
Abründe eines Komikers

MICHAEL LERCHENBERG porträtiert Karl Valentin

Karl Valentin war ein „Zerrissener“, gepeinigt auf der Bühne wie im Privaten von seinen Ängsten, Zwangsneurosen und seiner überreichen Phantasie. Michael Lerchenberg lotet diese Abgründe im Leben und Werk Karl Valentins aus. Er liest und rezitiert, er erzählt und spielt und schlägt die große Trommel. Mit ihm agiert und streicht am Cello Jost-H. Hecker, einer der Mitbegründer des „Modern String Quartet“.

„Das Programm … ist tiefgründig, intelligent und schauspielerisch wie musikalisch auf sehr hohem Niveau. Viel Applaus!“
Süddeutsche Zeitung

Mit Michael Lerchenberg und Jost H. Hecker (Cello)
„Eine Stunde großer Komödianten.“ Frankenpost
„Ein wundervoller Abend. …“ Münchner Merkur

Foto: © Renate Neder

Sonderveranstaltungen
BAP
Fanfare Ciocarlia
Helmut Schleich

Konzerte & Kabarett

BAP_2016_ohneCDBAP “Lebenslänglich”

Jubiläumstour 1976 – 2016

Drei Stunden pausenlose Rockmusik vom Feinsten von Deutschlands legendärer Kölschrockband um Frontmann Wolfgang Niedecken.

Seit 40 Jahren Kult und nun endlich auf der Luisenburg!

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