Spielzeit 2010

Das Familienstück
Die kleine Hexe

Familienstück nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Ottfried Preußler

Dass die Geschichte von der „Kleinen Hexe” zu den bekanntesten und erfolgreichsten neueren Märchen zählt, liegt sicher nicht nur an den beiden Sympathiefiguren, der Kleinen Hexe und ihrem Freund und „Berater”, dem Raben Abraxas, sondern auch daran, dass die Titelfigur eine schwierige kindliche Situation „durchlebt”:

Die kleine Hexe ist erst 127 Jahre alt und darf wegen dieses für Hexen noch sehr jugendlichen Alters nicht beim Hexentanz in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mittanzen. Sie müsse noch viel lernen, heißt es. Kindern (und kleinen Hexen) fällt es aber sehr schwer einzusehen, dass sie viel lernen müssen, bis sie auch „groß” sind. Vor allem dauert das sooo entsetzlich lange! Und schließlich beurteilen wieder einmal die Erwachsenen, was richtig und falsch ist. In unserem Fall passiert dies bei der Prüfung vor dem Hexenrat. Die wäre nicht einmal das Problem, denn die kleine Hexe lernt schnell, eine gute Hexe zu sein. Sie hext viel (mit mancher Panne), hilft da und dort und tut dabei viel Gutes. Das wird von der Muhme Rumpumpel beobachtet und haarklein vor dem Hexenrat berichtet ­ zu dessen großem Entsetzen, denn die kleine Hexe hat alles falsch gemacht: Eine „gute” Hexe muss, dem Hexenbrauch entsprechend, dazwischenzaubern, „Böses” tun. So geht es in dem munteren, abwechslungsreichen, spannenden und kindgerechten Theaterspiel um nicht mehr und nicht weniger als um gut und böse. Gibt es ein Thema, das unser Leben mehr bestimmt?

Das Volksstück
Der Brandner Kaspar und das ewig´Leben

Bairisches Kultstück nach Franz von Kobell von Kurt Wilhelm

Aufgrund der in der Spielzeit 2009 nicht zu bewältigenden Nachfrage hat es eine Wiederaufnahme von Kurt Wilhelms „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben” gegeben. Selbstverständlich werden die Hauptrollen des Brandner und des Boandlkamers wieder von Alfred Schedl und Intendant Michael Lerchenberg gespielt. Den Portner und den Bürgermeister Senftl spielen natürlich wieder Dieter Fischer und Gerhard Wittmann, unterstützt von dem großartigen Ensemble.

Franz von Kobell, der als ein Stammvater der bairischen Literatur gelten kann, schrieb 1871 seine kleine „G’schicht vom Brandner Kaspar“ für die „Fliegenden Blätter“. Nachdem jeder gerne mitlacht, wenn der Tod überlistet wird, eroberte sich diese Miniatur, die sich auf heitere Weise mit den letzten Wahrheiten des Seins beschäftigt, schnell die Herzen der Leser.

Aus der Vorlage, die den prallen bairisch-barocken Katholizismus atmet, machte der vielfach preisgekrönte Regisseur Kurt Wilhelm eine bairische Komödie, die, sobald sie 1975 am Münchner Residenztheater das Licht der Bühnenwelt erblickte, zum bairischen Kultstück schlechthin wurde. Und fast alle großen und bekannten bairischen Schauspieler haben darin gespielt, angefangen von Gustl Bayrhammer als Portner bis hin zu Fritz Strassner und Toni Berger als unvergessener Darsteller des Boandlkramers, der auch 1982 auf der Luisenburg diese „seine” Rolle spielte. Nun wird Michael Lerchenberg, der 1983 neben Berger auf der Luisenburg in der Rolle des Liebhabers Flori mitgewirkt hat und diese Rolle bis zur 900. und letzten Vorstellung im Jahr 2000 am Bayerischen Staatsschauspiel spielte, unser Boandlkramer sein und damit nach seinem großen Erfolg als Wittiber wieder als Schauspieler auf der Luisenburg-Bühne zu erleben sein.

Zum alten Brandner kommt der Tod in Gestalt des Boandlkramers und will ihn holen. Brandner verführt ihn aber mit „Kerschgeist”, wettet mit ihm um weitere 18 Jahre Leben und gewinnt, indem er ihn „b‘scheißt“. Nun braucht Brandner nichts mehr zu fürchten und er wird tollkühn.

Als nach drei Jahren Brandners geliebte Enkelin Marei verunglückt, erfährt Petrus durch sie von der „Unregelmäßigkeit”. Wütend befiehlt er dem Boandlkramer, den Alten sofort zu holen. Der Boandlkramer, der sein Wort nicht brechen will, greift nun seinerseits zu einer List und lockt den Brandner Kaspar ­ nur zum Anschauen ­ in den Vorhof des Paradieses…

Das Musical
Richard O´Briens: The Rocky Horror Show

Musical by Arrangement with BB Group GmbH and The Rocky Horror Company Ltd. • in deutscher Sprache mit den englischen Original-Songs

Kultstück und Kultbühne kommen zusammen — ähnlich wie bei „Der Watzmann ruft” im Sommer 2008 — in der legendären „Rocky Horror Show”. Gewissermaßen „Rocky rockt auf den Rocks”! Obwohl Richard O‘Brien‘s Science-Fiction-Grusical („Science Fiction” heißt auch einer der berühmten Songs) um einen geklonten Menschen inzwischen von der Wirklichkeit fast eingeholt wurde, kommen die Fans und Nostalgiker dieses legendären „Mitspielstückes” um einen Frankenstein-Enkel mit seiner mitreißenden Rock-Musik nach wie vor voll auf ihre Kosten. Also Klorolle, Reis und Wasserspritzpistole nicht vergessen — und los geht’s.

Premiere: Freitag, 25. Juni 2010, 20.00 Uhr

Das Volksstück
Tannöd

Krimi nach dem Roman über den unaufgeklärten Mordfall Hinterkaifeck von Andrea Maria Schenkel

Auf der Volksstück-Position gibt es erstmals einen Krimi ­ noch dazu über einen wahren, niemals aufgeklärten Mordfall: „Tannöd”. Dieses Stück, nach dem über Nacht zum Bestseller gewordenen Erstlingsroman von Andrea Maria Schenkel, fasziniert durch das Geheimnis um diesen „perfekten” Mord genauso wie durch seine außergewöhnliche Form, die in ihrer Mischung aus Gefühl und messerscharfer Analyse unter die Haut geht. Darüber hinaus erzählt „Tannöd” viel über die Gesellschaft, in deren Mitte die Tat geschieht. „Den Zuschauern blieb buchstäblich die Luft weg.” Austria Presseagentur – „Die spannungsreiche Aufführung macht das Grauen lebendig und zieht den Zuschauer in ihren Bann.” Nürnberger Zeitung – beide zur Uraufführung. Zur Luisenburg-Aufführung: „Eine präzise Ensembleleistung ­ eine wohltuende Verstörung.” Bayerische Staatszeitung

Längst ist das sprichwörtliche Gras über die Stelle gewachsen, wo einstmals der Einsiedlerhof von Hinterkaifeck stand. Man hat ihn ein Jahr nach diesem beispiellosen Mordfall abgerissen. Heute erinnert ein Marterl daran.

In einer März-Nacht 1922 wurden nacheinander die Besitzerin des Hofes Cäzilia Gruber, ihre Mutter und ihr Vater in den Stall gelockt und mit einer Spitzhacke erschlagen. Cäzilias Tochter, auf der Suche nach der Mutter und den Großeltern, ging als letzte in diese „Falle”. Die Magd – am ersten Tag auf diesem Hof – wurde in ihrem Zimmer erschlagen, das gerade 2jährige Söhnchen im Zimmer seiner Mutter. Ein wirkliches Motiv gibt es ebensowenig wie eine Spur.

Der Mordfall wurde nie aufgeklärt. Warum und wieso hat der Journalist Peter Leuschner in seiner lesenswerten Dokumentation „Der Fall Hinterkaifeck” zusammengetragen. Nicht nur er kommt zu dem Schluß, daß es sich hier keineswegs um das „perfekte” Verbrechen gehandelt habe, sondern eher um schlampige – oder aus gutem Grund unzureichende – Aufklärungsarbeit der Polizei.

Premiere: Donnerstag, 1. Juli 2010, 20.30 Uhr

Die Operette
Wiener Blut

Operette von Viktor Léon und Leo Stein mit der Musik von Johann Strauß
(Gastspiel der Operettenbühne Wien)

Mit der Operette „Wiener Blut” von Viktor Léon und Leo Stein und der Musik von Johann Strauß rundet die Operettenbühne Wien – Heinz Hellberg mit ihrem Gastspiel das Angebot der Luisenburg-Festspiele 2010 ab.

Die Oper
Der Waffenschmied

Oper von Albert Lortzing

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen

Thematisch paßt Albert Lortzings komische Oper „Der Waffenschmied” gut zur Jäger- und Wildererromatik des „Brandner Kaspar”. Mit diesem Gastspiel beenden die Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen traditionell die Saison.

Sonderveranstaltungen
“DAS” Phantom lädt ein
Haindling
Zwirbeldirn
D’Raith-Schwestern und da Blaimer
Da Blechhauf`n

Konzerte & Kabarett

Musical-Gala u.a. mit Andreas Dellert, Renée Knapp, Susanne Panzner, Gudrun Schade, Hardy Rudolz, Charlie Serrano, Norman Stehr und der Reinhard Stockmann Band

Das_Phantom_2010HARDY RUDOLZ, der legendäre Star des Musicals „Das Phantom der Oper”, bei uns Regisseur der „Rocky Horror Show”, und die Stars unserer „Rocky”-Produktion präsentieren zusammen mit RENÉE KNAPP , der originalen Christine aus „Das Phantom der Oper” in Hamburg und Sydney, und ANDREAS DELLERT, dem Mitbegründer des „La Traviata-Ensembles” aus München, Musical-Highlights u.a. aus „Das Phantom der Oper”, „Tanz der Vampire”, „West Side Story”, „My Fair Lady“.

Montag, 19. Juli 2010, 20.30 Uhr

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