Spielzeit 2005

Das Familienstück
Robin Hood

Spannendes Abenteuerstück von Eva Toffol

Im letzten Jahr waren über 35.000 begeisterte Besucher in unserer “Ronja Räubertochter” von Astrid Lindgren in der Bearbeitung von Eva Toffol. Die gleiche Autorin hat nun für die Luisenburg eine Neufassung der immer wieder faszinierenden Geschichte von Robin Hood und seinem Kampf um eine gerechtere Welt geschrieben.

Da es für uns Theatermacher nicht einfach ist, immer wieder ein spannendes Thema und ein Stück zu finden, das unsere kleinen Theaterbesucher vom Kindergartenalter bis zur 4. Klasse der Grundschule gleichermaßen interessiert, haben wir uns zu dieser Neufassung der berühmten Geschichte entschieden.
Denn die sagenumwobene Gestalt des Robin Hood existiert in vielerlei Form in der Literatur, auf der Bühne und auf der Filmleinwand: Mal witzig und/oder romantisch, dann kämpferisch, oder mehr idealistisch, mal kindgerecht wie bei Walt Disney, oder eher brutal für ein aktionwütiges Filmpublikum wie bei Kevin Costner.

Unser Robin Hood kämpft auch für eine gute Sache, aber nicht mit Waffengewalt und Brutalität, sondern mit Witz, Raffinesse, Phantasie und Charme erreicht er zusammen mit seinen Gefährten und seiner geliebten Marjan seine Ziele. Und besonders für unsere Kleineren hat die Autorin noch mit der Figur des Kleinen Nick, dem kleinen Freund Robin Hoods, eine Identifikationsfigur geschaffen aus deren Blickwinkel die Kinder die Geschichte miterleben können.

Diese Botschaft der gewaltfreien Konfliktlösung ist uns auf der Luisenburg ein großes Anliegen, gerade in einer Zeit, in der unsere Kinder sich der Gewalt und der Brutalität im täglichen Leben, in den Medien oder den PC-Spielen kaum mehr entziehen können!

Darum wird unser “Robin Hood” ein ungetrübtes, spannendes, unterhaltsames, aber gewaltfreies Theatervergnügen sein von jung (ab 4) bis alt (bis 99).

Premiere: 31. Mai 2005

Das Volksstück
Die Geierwally

Volksstück von Felix Mitterer nach Wilhelmine von Hillern

Die Wally ist das einzige Kind des „Höchstbauern” Stromminger. Ihre Mutter starb bei der Geburt. Dieses einzige Kind, das sehr nach ihm geraten ist, hat der Höchstbauer in die Rolle des Hoferben hinein erzogen, und zwar so hart und unnachgiebig, wie er den Hof regiert: Er hat Wally „asterhaft viel gschlagen und aufzogen wia an Bubn”. Und er ist stolz auf „sein Werk”, denn Wally traut sich im Gegensatz zu den jungen Männern des Dorfes, ein Greifvogelnest auszuheben. Dies bringt ihr den Beinamen „Geierwally” ein.

Als Mann für die Wally hat der Höchstbauer den Nachbarssohn, den Gellner Vinzenz, ausgesucht. Vinzenz’ Vater ist auch an der Zusammenlegung der beiden Höfe interessiert und drängt Vinzenz zu dieser Verbindung: „Mir ham immer wieder zammgheiratet, mir Gellner und die Stromminger.”
Wally weigert sich, den Vinzenz zu nehmen. Sie entscheidet sich für den Jäger Josef Hagenbach, den „Bärenjosef”, der ihr als einziger ebenbürtig ist. Ähnlich wie sie „Geierwally” wird er „Bärenjosef” genannt, weil er den gefürchteten Bären erlegte.

In einem Streit mit dem Bärenjosef unterliegt der Höchstbauer, der daraufhin seine Autorität zu beweisen versucht, indem er die Hochzeit von Wally und Vinzenz festlegt. Nachdem sich die Wally, die vom Vater nicht einmal gefragt wurde, jetzt erst recht widersetzt, will der Vater, um eine weitere Niederlage zu vermeiden, die Zustimmung aus ihr herausprügeln, anschließend verbannt er sie in die unwirtliche Gletscherwelt und schafft Fakten: Er setzt den Vinzenz als Verwalter und testamentarisch als Hoferben ein.

Wally läßt sich nicht beugen. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, weil der Bärenjosef von Wallys Liebe und ihrer Entscheidung gar nichts weiß. Sie kann sich ihm gegenüber nicht erklären. So isoliert sie sich zunehmend, wird zum Gespött des Dorfes, und es kommt zu Mißverständnissen, weil des Bärenjosefs Schwester Afra fälschlicherweise als dessen „Gspusi” angesehen wird. Daraufhin beschließt Wally, daß sie den Bärenjosef lieber tot, als nicht bekommen will…

Eine Geschichte mit Kultcharakter, fünfmal schon verfilmt und seit über 100 Jahren ein faszinierender Theater- und Opernstoff. Die Bauerntochter Walburga Stromminger verweigert sich dem patriarchalen Zwang des Vaters, den Nachbar-Bauern Vinzenz zu heiraten, da sie den „Bärenjosef” liebt. Ihr Vater verbannt sie mit ihrem Adler, der von ihrer „Heldentat” zeugt, in die eisige Welt der Gletscher. Und sie wird dort wie die Berge, denen sie trotzen muß: schroff und unbarmherzig!

Erst nach des Vaters Tod kehrt Wally zurück, ungebrochen, stolz als neue Herrin des Hofs. Als sie eine andere Frau an Josefs Seite sieht, kommt es zur Katastrophe …

Eine Liebesgeschichte und Tragödie von fast archaischer Wucht, ein großartiges Stück Volkstheater von Felix Mitterer ­ mit dem „Bergdoktor” Gerhart Lippert und der jungen Barbara Romaner, der Trägerin des Nachwuchspreises der Festspielstadt Wunsiedel 2004, in den Hauptrollen.

Premiere: Freitag, 24.Juni 2005

Der Klassiker
Der Diener zweier Herren

Komödie von Carlo Goldoni

Goldonis rasante Komödie beginnt wie ein Krimi: Bei einem Streit während eines Gelages wird Federigo Rasponi getötet. Der mutmaßliche Schuldige, Florindo Aretusi, entzieht sich den Ermittlungen durch seine Flucht nach Venedig.

Unglücklicherweise ist die Schwester des Getöteten, Beatrice Rasponi, die Verlobte des Täters. Beatrice reist ihm nach Venedig nach, allerdings in den Kleidern und unter dem Namen ihres Bruders, denn Beatrice bezweifelt, daß man ihr als Frau die Kredite zurückzahlen wird, die ihr Bruder dem gerissenen Kaufmann Pantalone gegeben hat.

Aus Gründen der Geheimhaltung konnten natürlich weder Florindo noch Beatrice-Federigo ihre Diener mitnehmen. Aber arbeitslose Diener gibt es genügend. Einer davon ist Truffaldino, der seine Dienste anbietet, um sich endlich wieder einmal sattessen zu können. Die versprochene Mahlzeit läßt jedoch auf sich warten, da sich die Geschäfte Beatrice-Federigos länger hinziehen als erwartet. Die Nachricht vom Tode ihres Bruders hatte sich schnell herumgesprochen ­ und so löst das Auftauchen Beatrices als „auferstandener” Federigo einige Verwirrung aus…
Truffaldino vertreibt sich die Zeit damit, einem anderen Herren auszuhelfen. Der andere Herr ist, wie es der Zufall (und der Komödienmechanismus) will, Florindo Aretusi, der flüchtige Verlobte. Ebenfalls auf der Suche nach einem Diener, macht er Truffaldino ein Angebot.

Ehe er sich versieht, ist Truffaldino der Diener zweier Herren. Ob es ihm gelingt, zu beweisen, daß es nicht unmöglich ist, zwei Herren gleichzeitig zu dienen, wie es die alte Redensart besagt?

In traditioneller Commedia dell’arte-Manier ist diese Komödie mit aktuellen Anspielungen gespickt…

Premiere: 1. Juli 2005

Das Musical
Anatevka

“Fiddler on the Roof” ­ Musical nach den Erzählungen “Tevje, der Milchmann” von Sholem Alejchem (1859 ­ 1916), von Joseph Stein (Buch), Jerry Bock (Musik) und Sheldon Harnick (Gesangstexte)

Wegen des großen Erfolges nochmals: Anatevka

Anatevka, ein kleines „Schtetl” in der Ukraine kurz vor der Revolution von 1905, ist Schauplatz der berühmten Geschichten von Tevje, dem Milchmann, erzählt von dem berühmtesten Dichter des Jiddischen und Chronisten der Schtetl-Kultur Sholem Alejchem.

Tevje, ein frommer, humorvoller Mann ist mit mehrerem geschlagen, unter anderem mit „einem Stall voller” Töchter, die es zu verheiraten gilt. Und natürlich wollen die Töchter nicht so, wie der Vater will, für den es nur die Tradition als Maßstab gibt: „Dank unserer Tradition haben wir bisher unser Gleichgewicht seit vielen, vielen Jahren gehalten… Und auf Grund dieser Traditionen weiß hier jeder, was er zu tun und zu lassen hat und was der liebe Gott von ihm erwartet…”. Aber Tevje trägt sogar mit Fassung, daß er gezwungen wird, tolerant zu sein und von der Tradition auch einmal abzugehen. Allein diese Flexibilität (wie man es heute nennen würde) nützt Tevje nichts mehr. Die Zeit ist aus den Fugen und bricht mit Vertreibung und Zerschlagung der Kultur ein. Bleibt Tevjes Zweifel und Hoffnung, ob und daß es der „neuen Zeit” gelingen möge, wie dem „Fiddler auf dem Dach”, das Gleichgewicht zu finden und zu halten, sprich ein neues Wertesystem. Das ist die Botschaft des Stückes an uns heute, die auch wir in einer Zeit des Umbruchs, der

Wiederaufnahme: Fr. 15. Juli 2005

Die Operette
Der Bettelstudent

Operette von Carl Millöcker
(Gastspiel der Operettenbühne Wien)

Operette von Carl Millöcker

Gastspiel der Operettenbühne Wien

Premiere: 11. August 2005

Die Oper
Der Freischütz

Romantische Oper von Carl Maria von Weber

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen / Felsenbühne Rathen

Romantische Oper von Carl Maria von Weber

Gastspiel der Landesbühnen Sachsen

Premiere: 20. August 2005

Sonderveranstaltungen
Opern auf bairisch
Gerhard Polt und die Biermösl Blosn

Konzerte & Kabarett

Opern_auf_Bairisch_2005„Zauberflöte” • „Carmen” • „Turandot”

von Paul Schallweg • Musik: Friedrich Meyer

mit Cornelia Glogger, Gerd Anthoff und Michael Lerchenberg

Musikalische Leitung: Rolf Wilhelm • Percussion: Karlheinz Becker und elf Solisten der bayerischen Staatsorchester

einmalig Mo. 18. 7. 2005

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