Längst ist das sprichwörtliche Gras über die Stelle gewachsen, wo einstmals der Einsiedlerhof von Hinterkaifeck stand. Man hat ihn ein Jahr nach diesem beispiellosen Mordfall abgerissen. Heute erinnert ein Marterl daran. In einer März-Nacht 1922 wurden nacheinander die Besitzerin des Hofes Cäzilia Gruber, ihre Mutter und ihr Vater in den Stall gelockt und mit einer Spitzhacke erschlagen. Cäzilias Tochter, auf der Suche nach der Mutter und den Großeltern, ging als letzte in diese "Falle". Die Magd - am ersten Tag auf diesem Hof - wurde in ihrem Zimmer erschlagen, das gerade 2jährige Söhnchen im Zimmer seiner Mutter. Ein wirkliches Motiv gibt es ebensowenig wie eine Spur. Der Mordfall wurde nie aufgeklärt. Warum und wieso hat der Journalist Peter Leuschner in seiner lesenswerten Dokumentation "Der Fall Hinterkaifeck" zusammengetragen. Nicht nur er kommt zu dem Schluß, daß es sich hier keineswegs um das "perfekte" Verbrechen gehandelt habe, sondern eher um schlampige - oder aus gutem Grund unzureichende - Aufklärungsarbeit der Polizei. |