Das Schelmenstück aus dem Hopfenlande von Alois Johannes Lippl ist eine Wiederentdeckung. Vor 30 Jahren wurde dieses wunderbare bairische Volksstück zuletzt auf der Luisenburg gespielt. Es wartet mit einer großen Besetzung voll herrlicher Typen auf, wie sie derzeit auf hohem, professionellem Niveau nur auf der Luisenburg zu finden sind. In ihrer szenischen Raffinesse erinnert die turbulente und amüsante Komödie an den großen Shakespeare und in ihrer Brisanz ans Hier und Heute:
Die Bürgermeister und Bräuhausbesitzer der seit Jahren verfeindeten Nachbargemeinden Banzing und Haselbach, gespielt von Rudolf Waldemar Brem und Christian Hoening, beschließen, des größeren Profits wegen, die Versöhnung. Als sichtbares Zeichen dieser neuen und selbstverständlich „ewigen“ Freundschaft wollen sie ihre beiden Kinder (Ina Meling und Holger Matthias Wilhelm) zwangsverheiraten. Die Kinder haben aber natürlich ihre eigenen Pläne und auch die anderen „Schäfchen“ funktionieren nicht so, wie die Obrigkeit es ihnen verordnet. Man traut Politikern eben nichts – oder alles - zu!
Daneben wird immer wieder ein Schimmel gestohlen und dem ahnungslosen Kontrahenten als corpus delicti in den Stall gestellt...
Die Haselbacher:
Korbinian Blasl, Bürgermeister und Brauereibesitzer: Rudolf Waldemar Brem
Rosa Blasl, seine Frau: Chris Nonnast
Anna, beider Tochter: Ina Meling
Leopold Kreigaderer, Metzger: Berthold Kellner
Silvester Hundhammer, Großbauer: Christian Höllerer
Gustav Rabhendl, Glasermeister: Reinhold Escherl
Josef Bifang, Gemeindediener: Eberhard Stöckl
Severin Stülpnagel, Schuster und Brautführer: Andreas Schwaiger
Greislinger, ein alter Bauer : Bernhard Bamler
Moni, eine junge Dienstmagd: Judith Toth
Der Roßknecht des Blasl: Erwin Bösl
Kristin Kukla, Luisa Pscherer, Maria Röber, Sabrina Schricker, Thea Siedler, Antonia Sommerer;
Fabian Braune, Justus Braune, Kardircan Karatas, Maximilian Reichert, Julian Röder, Alfred
Siedler, Tim Sommerer, Michael Sticht
Die Banzinger:
Sebastian Ziechnaus, Bürgermeister und Brauereibesitzer: Christian Hoening
Anderl, sein Sohn: Holger Matthias Wilhelm
Zeno Metzenleitner, Müller: Dieter Höpfner / Hans Hertel
Damian Huß, Schmied: Winfried Hübner
Simon Blunz, Großbauer: Günter Ziegler
Kassian Stierl, Schneider und Hochzeitslader: Norbert Neugirg
Alois Eigelsperger, Gemeindediener: Hermann Zeitler
Der Roßknecht des Ziechnaus: Michl Kleber
Die Walperin, ein altes Weib: Uschi Reifenberger
Benno, ein Bursch aus Banzing: Ferdinand Schmidt-Modrow
Tanja Fischer, Emine Karatas, Marina Lang, Hannah Meyerhöfer, Rosalie Schinner; Christoph
Braun, Eugen Eichner, Patrick Kern, Alfred Maiwald, Norbert Reichel, Andreas Werner
Die Übrigen:
Thomas, Bräubursch in Haselbach: Markus Baumeister
Burgl Hueber, eine junge Dienstmagd: Lilian Naumann
Der Ziberl-Toni: Alfred Schedl
Dodl, Nachtwächter und Totengräber: Adolf Adam
Der Notar von Geiselreut: Lothar Wollin
Der Posthalter von Geiselreut: Christian Höllerer
Der Amtsrichter: Jürgen Fischer
Ein Amtsdiener: Helmut Johannes Schindler
Erster Gendarm: Moritz Katzmair
Zweiter Gendarm: Matthias Lehmann
Gendarme: Tobias Glofke, Michael Pfaunsch, Klaus Wagner, Daniel Weber
Der Wirt von Prenning: Berthold Kellner
Wirtschaft von Prenning: Krimhild Ragotzky, Pauline Riedel
Moritatensänger: Katharina Schwägerl, Johann Anzenberger, Hubertus Krämer
Die Wunsiedler Schimmel-Musi: Sergej Giesbrecht, Paul Henzler, Alexander Hiergeist, Fabian Roth, Alexander Rusch
Regie: Steffi Kammermeier • Bühne: Peter Engel • Kostüme: Andrea Fisser • Musik: Hubertus Krämer
Regieassistenz: Lesley Jennifer Higl, Maximilian Reichert (Hospitanz) Inspizienz: Günter Ziegler • Souffleuse: Christa Guck • Maske: Lilli Schulteß (Chefmaskenbildnerin), Antje Raschdorf; Daniela Fiegel (Assistentin) • Kostümabteilung: Heide Schiffer-El Fouly (Leiterin), Anja Gil Ricart (Kostümassistentin), Günther Biank (Herrengewandmeister), Sylvia Steinbart (Gewandmeisterin); Silvia Barthel, Berit Langer, Kerstin Schusser, Lena Stötzel, Sebastian Thiele; Martina Krist (Fundusverwalterin) • Requisite: Uwe Schwalbe (Leiter), Bernd Wünsche • Ton: Tobias Busch • Beleuchtung: Thomas Ködel (Leiter), Andreas Lucas (Beleuchtungsmeister), Jürgen Dietl, Markus Kausler, Stefan Pfliegensdörfer, Roland Schuster • Bühnenbetrieb: Reinhard Werner (Vorarbeiter), Johann Geiger, Sergej Raider, Ralf Schenk, Karl Schmid, Manuela Weih, Ralf Winklmüller, Tim Zemsch • Technische Leitung: Jörg Brombacher
Aufführungsrechte: Grawol Film Gräfelfing/München
Premiere: 24. Juni 2011 - Aufführungsdauer ca. 2 1/4 Stunden
In der FRANKENPOST war zu lesen:
... Dem Untertitel gemäß, den Alois Johannes Lippl (1903 bis 1957) seinem Lustspiel vom "Holledauer Schimmel" gab, bekamen es die mehr und die weniger "gebildeten", durchweg begeisterten "Kreise" der Premierengäste mit durchtriebenen Kerlen, Bauernfängern, Spaßvögeln zu tun. Und freilich kann ein Schelm auch einfach ein Narr sein: Wirklich ist zu sehen, wie sich die Oberhäupter zweier verfeindeter Dörfer im "Hopfenlande", für gewiefte Rosstäuscher sich haltend, gewaltig zum Narren machen...
... Im Volksstück wie auf der Naturbühne haben viele und vieles Platz - so auch die fünfköpfige "Wunsiedler Schimmel-Musi", aus allen Blech- und Blasrohren tutend; und die Bänkelsänger Katharina Schwägerl, Johann Anzenberger und Hubertus Krämer: In der Scheinheiligkeit ihrer Verse verwandelt sich die Handlung in eine Moritat mit wahrem Kern.
Viel Platz - sogar für die Intimität eines shakespeareschen Sommernachtstraums, ins deftig Bäuerliche übersetzt: In einer schönen, blauen Szene unterm Silbermond schmusen lauter Liebespärchen, allen voran Holger Matthias Wilhelm und Lilian Naumann, Ina Meling und Markus Baumeister, allesamt zärtlich und zielstrebig. Den gewinnsüchtigen Alten kauft solche Jugend den Schneid ab.... Regelmäßig sucht dann eine Abteilung von Dorfpolizisten ihr Heil in der Flucht; keine Schelme, nicht einmal Narren, einfach nur Tölpel...
Stefan Voit schreibt in DER NEUE TAG
... Trotzdem bereitet es großen Spaß, den Schauspielern zuzuschauen und zuzuhören. Voller Elan gehen sie an das Stück, ereifern, streiten, raufen und lieben sich. Die Schlitzohrigkeit der Holledauer wird in vollen Zügen ausgespielt, immer wieder sind originelle Lacher eingebaut. Für die Leistung des gesamten Ensembles, inklusive der Musik, gab es zu Recht langanhaltenden Applaus... Es ist schön, dass die Tradition des Volkstheaters auf der Luisenburg auf hohem Niveau fortgesetzt wird. Wer also einen schönen Theaterabend voller Dickköpfigkeit, Geiz, Rauflust und Liebe erleben will, der sollte sich den "Holledauer Schimmel" nicht entgehen lassen.
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