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Räuber Hotzenplotz

Familienstück nach den gleichnamigen Kinderbüchern

Regie: Christian Nickel • Bühne: Peter Engel • Kostüme: Julia Wernhard • Musik: Heinz Grobmeier

Mit Alfred Schedl als Räuber Hotzenplotz, Martina Ambach, Uschi Reifenberger • Adolf Adam, Till Florian Beyerbach, Jürgen Fischer, Stefan Pohl, Gerhard Wittmann u.a.

Räuber Hotzenplotz: Alfred Schedl
Kasperl: Stefan Pohl
Seppl: Till Florian Beyerbach
Kasperls Großmutter: Adolf Adam
Witwe Schlotterbeck: Uschi Reifenberger
Wachtmeister Dimpfelmoser: Gerhard Wittmann
Zauberer Petrosilius Zwackelmann: Jürgen Fischer
Fee Amaryllis: Martina Ambach
Zwackelwacht: Günter Ziegler
Zwackelzwerge: Christina Böhringer, Julia Haas, Nikolaj Haas, Stefanie Hertel, Fritz Schöpf

Regie: Christian Nickel • Bühne: Peter Engel • Kostüme: Julia Wernhard • Musik: Heinz Grobmeier

Regieassistenz: Anja Sczilinski, Nicole Dietz, Petra Andrea Bachmayer (Hospitantin) • Inspizienz: Günter Ziegler • Soufflage: Christa Guck • Maske: Ingrid Hannemann (Leiterin), Sylvia Schröder • Kostümabteilung: Heide Schiffer-El Fouly (Leiterin), Anja Müller (Kostümassistentin) • Günther Biank (Herrengewandmeister), Dominique Selmayr (Damengewandmeisterin) • Berit Langer, Kerstin Schusser, Sebastian Thiele • Martina Krist (Fundusverwalterin) • Requisite: Uwe Schwalbe (Leiter), Bernd Wünsche (Assistent) • Ton: Tobias Busch (Tonmeister), Michael Köwer (Assistenz) • Beleuchtung & Pyrotechnik: Thomas Ködel (Leiter), Andreas Lucas (Beleuchtungsmeister), Jürgen Dietl, Georg Fuchs, Stefan Pfliegensdörfer, Roland Schuster • Bühnenbetrieb: Alfred Späth (Bühnenmeister, Leiter), Anton Freundorfer (Vorarbeiter), Alfred Dumler, Michael Milzarek, Reinhard Werner • Technische Leitung: Werner Moritz

Otfried Preußlers Kasperl-Geschichte gehört nicht nur als Buch zu den Bestsellern der Kinder- und Jugendliteratur, sondern ist auch als Theaterstück überall wo es gespielt wird der „Renner" schlechthin. Auf der Luisenburg wurde das Stück mehrfach gezeigt und ist bereits Spitzenreiter in der Hitliste der bisherigen Kinderstücke.

Es ist für Intendant Michael Lerchenberg auch Ansporn und Verpflichtung zugleich, das Kinder- und Familienstück nur renommierten Theaterleuten anzuvertrauen. In diesem Jahr inszeniert Christian Nickel, der sich in der letzten Saison mit dem „Faust“ erfolgreich vorgestellt hat, den „Räuber Hotzenplotz“. (umgekehrt bereitet Petra Wüllenweber, der die wunderschöne „Pettersson- und Findus“-Aufführung der letzten Saison zu verdanken war, diesmal den Klassiker „Die Räuber“ von Schiller). Die Bühne hat Peter Engel für den „Räuber Hotzenplotz“ eingerichtet, der im letzten Jahr Petterssons Bauernhof auf die Bühne gezaubert hat. Die Kostüme entwarf Julia Wernhard. Für die Musik zeichnet Heinz Grobmeier verantwortlich – und er spielt sie auch gleich selbst auf einem ausgefallenen Instrumentarium. Das allein schon ist für Kinder und Erwachsene eine Reise zur Luisenburg wert.

Die Titelrolle des Räuber Hotzenplotz spielt Alfred Schedl, ohne den man sich ein Kinder- und Familienstück auf der Luisenburg nur schwer vorstellen kann. Die Hauptpersonen aber sind Kasperl (Stefan Pohl) und Seppl (Till Florian Beyerbach), die ihrer Großmutter (Adolf Adam) eine selbstgebastelte „musikalische“ Kaffeemühle zum Geburtstag schenken. Die würde Hotzenplotz auch gerne haben. Und was ein guter Räuber ist, der nimmt sich, was er braucht.
Damit nimmt das „Unheil“ seinen Lauf. Was der gewichtige Wachtmeisters Dimpfelmoser (Gerhard Wittmann) nicht einmal mit Hilfe einer schrulligen Wahrsagerin, der Witwe Schlotterbeck (Uschi Reifenberger), schafft, nämlich den Räuber zu fangen, versuchen Kasperl und Seppl. Aber so einfach ist das nicht. Sie tappen in eine Falle, machen unliebsame Bekanntschaft mit dem großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann (Jürgen Fischer). Würde nicht die zur häßlichen Unke verzauberte bezaubernde Fee Amaryllis (Martina Ambach) helfen, käme es zu keinem guten Ende: bei der Großmutter mit frisch gemahlenen Kaffee und Pflaumenkuchen mit Schlagsahne.

Pressestimmen

Der neue Tag (Weiden)

Anastasia Poscharsky-Ziegler titelte in „Der Neue Tag": „Gepfeffertes Kasperltheater und Räuberstück"


Dieses Frage- und Antwortspiel kennt jeder: „Seid ihr alle da?" rief der Kasperl gestern Vormittag auf der Luisenburg - und aus 1300 schreienden Kinderkehlen kam die unvermeidliche Antwort „Jaaa!!!" Mit Otfried Preußlers unverwüstlichem „Räuber Hotzenplotz" begannen am Mittwoch bei schönstem Wetter die Luisenburg Festspiele.

Die Gangsterjagd von Kasperl und Seppl wird diesen Sommer von Profischauspielern bis zum 10. August nach den Jahren 1975, 1984 und 1995 zum vierten Mal inszeniert. Unter Intendant Michael Lerchenberg ist das Familienstück auch seiner Nebenrolle entschlüpft: die 85-minütige Neuinszenierung stammt von Christian Nickel, der letzten Sommer für die Faust-Inszenierung verantwortlich war. Dass „Der Räuber Hotzenplotz" sein ganz persönliches Lieblingsstück ist, merkt man der Aufführung jede Minute an!

Alle klassischen Klischees aus Kindertagen (die rote Kasperl-Zipfelmütze, der grüne Sepplhut) werden geboten und darüber hinaus mit Überraschungen, originellen Ideen und Effekten bereichert. Das Einmann-Plotzorchester (Heinz Grobmeier) tut mit Klarinette und einem Sammelsurium aus Percussionsinstrumenten sein übriges zur filmischen Wirkung des lebhaften und interaktiven Stücks.
Er ist wirklich ein sympathischer Held und ein Mordskerl, dieser Kasperl (schlau und topfit: Stefan Pohl) mit seinem etwas dümmlichen aber treuen Freund Seppl (Till Florian Bayerbach). Nach dem „Kapitaldelikt", dem Diebstahl einer heutzutage fast unbekannten Kaffeemühle (die Inszenierung hilft hier den Kindern des Hightech-Automaten-Zeitalters etwas nach) beginnt die turbulente Jagd nach dem bösen Räuber Hotzenplotz.

Dieser wird herzhaft und mit Vollblut vom filzbehüteten und bis an die Zähne bewaffneten Alfred Schedl dargestellt. Kein Zuschauer wird ihm je seine Untat verzeihen, die dieser mit dem Raub des historischen Küchenutensils der niedlichsten und herzigsten Großmutter der Welt (verkörpert von Adolf Adam) in ihrem riesengroßen Schaukelstuhl angetan hat!

Das Kinderpublikum der Premiere wirkte so lebendig und passgenau beim Kampf Gut gegen Böse mit, als ob das Textbuch einstudiert wäre: half vehement nur der moralisch integren Seite und vernichtete mit einem kollektiv gebuhten „Daumen nach unten" die Sangeskünste des Verbrechers so entschlossen, dass nicht nur der Intendant Tränen lachte.

Alle sichtbaren und unsichtbaren Möglichkeiten der grandiosen grünen Felsenbühne werden von Peter Engel perfekt genutzt, und die märchenhaften Kostüme (Julia Wernhard) krönen sich selbst in dem bühnenfüllenden, wallenden blauen Zaubermantel des Petrosilius Zwackelmann (Jürgen Fischer). Schrill, rothaarig und mit allerlei Hokuspokus samt indischer Räucherstäbchen gefällt die hellseherische Witwe Schlotterbeck (Uschi Reifenberger), bei der Pickelhaubenträger Wachtmeister Dimpflmoser (Gerhard Wittmann strotzt vor Amtsstolz und Kompetenzlosigkeit) umsonst Rat sucht. Zu allen höchst amüsanten Verwechslungen, Vertauschungen und Verwandlungen gehört die Fee Amaryllis (Martina Ambach), die, soeben der ekligen Unkenrolle entschlüpft, sofort einen Schönheitswettbewerb gewonnen zu haben scheint – und beim Happy End für eine Prise Glamour sorgt.

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