Eine bairische Komödie
Jörg Hube, ein sprachgewaltiger Meister der Sprachmusik und des Sprachwitzes, wird zusammen mit Stefan Blum „Astutuli“ in einer dem Charakter des Werkes entsprechenden Fassung für Sprecher und Schlagwerk vorstellen und so Orff noch einmal von einer anderen Seite zeigen.
Am Freitag, 20. und 27. Juli 2007, jeweils um 20.00 Uhr, im Hof des Fichtelgebirgsmuseums
„Astutuli" („Die besonders Schlauen") erzählt von einem „"Gagler“, einem Gaukler auf dessen Ankunft sich schon alles freut bis auf die Nachdenklichen, deren Warnung, es könne bei der angekündigten Komödie vielleicht nicht mit rechten Dingen zugehen, wie immer in den Wind geschlagen wird.
Der Gagler begrüßt seine Gäste und redet ihnen ein, daß nur Schlaue, die Astutuli eben, seinen Vorführungen folgen können. Die Vorstellung beginnt und es ist eigentlich gar nichts zu sehen, was aber niemand zugibt, denn wer will schon für dumm gehalten werden. Bis die ach so Gewitzten merken, daß sie hereingelegt worden sind und alles Schreien und Schimpfen nichts mehr nützt, ist der Gagler längst verschwunden.
„Astutuli“, diese „bairische Kumedi“, ebenfalls Teil des „Bairischen Welttheaters“, ist eine Mischung aus Satire und Satyrspiel über die ganz besonders Schlauen, Gewitzten. Orff thematisiert hier als einziges Motiv die Verführbarkeit des Menschen, ein Motiv, das ihm immer am Herzen lag und dem er in der „Bernauerin“ die große Mönchsszene gewidmet hat. Musikalisch geht er in diesem heiteren „Intermezzo“ einen Schritt weiter. Er entwickelt die Technik der Hexenszene der „Bernauerin“ weiter, ersetzt den Gesang ganz durch Sprachmusik, die nur noch vom Schlagwerk begleitet, untermalt und rhythmisch skandiert wird.
Über die erste Vorstellung von „Astutuli" schrieb Hartwig Küspert in der „Frankenpost": "... rhythmischer Wortwitz, Nachklang, Einklang, Zusammenklang: Eine Symphonie für Sprecher und Schlagzeug der einzigartigen Art... Carl Orffs komödiantisches Zweimann-Musiktheater 'Astutuli’ ist grandios... die beiden Darsteller, der bekannte Schauspieler Jörg Hube und Stephan Blum, waren’s in gleicher Weise... Es leuchteten uns lachten auch die Gesichter der Nord- und OstLichter, die sich auf den Bierbänken gehörig kurzweilten. Denn selbst wenn einer den Dialekt nicht versteht – schon der Strom der Worte und Töne berauscht."