Eine Chronik Mit der "Mutter Courage" wird der Kreis der berühmten Volksstücke abgerundet. Bertolt Brecht wurde 1939 im schwedischen Exil durch die Geschichte der Marketenderin Lotta Svärd aus Johan Ludvig Runebergs "Die Erzählungen des Fähnrich Stål" angeregt, die im finnisch-russischen Krieg von 1808/09 spielen. Um das Allgemeingültige zu betonen, vor dem Krieg als solchem zu warnen und dessen Ursachen aufzudecken, griff er aber auch auf das berühmte deutsche Volksbuch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen zurück: "Ausführliche und wundersame Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche", mit der Grimmelshausen schonungslos die Schrecken des Krieges beschreibt und die zu den bedeutendsten Schöpfungen der deutschen Literatur gehört. Rosel Zech ist eine der wenigen großen, deutschen Schauspielerinnen, die in Film und Fernsehen genauso reüssieren wie auf der Bühne. (Schauspielerin des Jahres 1976, Goldener Bär 1982, Kainz-Medaille 1990, Bayerischer Filmpreis 1992, Merkur-Theaterpreis 2001) . In der Paraderolle der Mutter Courage macht sie sich mit ihrem Markedenterwagen und ihren drei Kindern Eilif (Matthias Lehmann Rosenthal-Nachwuchspreis 2008), Schweizerkas (Matthias Ransberger) und der stummen Kattrin (Johanna Marx), auf den Weg durch die deutschen Lande in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Weil sie sich etwas davon versprechen, schließen sich ihr ein Koch (Peter Kaghanovitch 2007 unser Mephisto) an und ein Feldprediger. Die berühmte Rolle des Feldpredigers, der für die nicht gerade moralische Art, mit der die Courage ihren Lebensunterhalt verdient, immer eine Entschuldigung bereit hat, solange er davon profitiert, spielt Ulrich Gebauer (Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Bochum, Burgtheater Wien etc.) bekannt aus vielen TV-Rollen, u.a. "Die Wiesingers" und "Ein Fall für zwei", "Tatort". Allgemein bekannt wurde er als der Münchner Oberstaatsanwalt Helmut Hafer in der Serie "Bei aller Liebe" und als Komissar Hendricks in der mit Preisen ausgezeichneten Serie "Dr. Psycho". Inhalt: Anna Fierling, bekannt unter dem Namen Mutter Courage, die als Marketenderin vom Krieg lebt, zieht während des Dreißigjährigen Krieges, zusammen mit ihren drei Kindern und ihrem Planwagen, immer hinter den Truppen her, kreuz und quer durch Europa. Eilif, ihr ältester Sohn, wird eines Tages als Soldat angeworben und zieht mit dem Heer. Auch ihren zweiten Sohn, Schweizerkas, kann sie nicht aus dem Krieg heraushalten. Er wird zum Zahlmeister und verliert sein Leben, weil er die Regimentskasse vor dem Feind versteckt. Schließlich wird die stumme Tochter Kattrin erschossen, weil sie eine schlafende Stadt vor dem nächtlichen Überfall durch ein feindliches Heer warnt. Alleine, denn weder der Feldprediger noch der Koch sind die richtigen Begleiter, zieht Mutter Courage weiter auf der Suche nach ihrem Sohn Eilif. Doch auch der lebt nicht mehr: Er verlor sein Leben, weil er, wofür er im Krieg belobigt wurde, in einem kurz andauernden Frieden eine Bauernfamilie ausgeplündert hat ... Mutter Courage und ihre Kinder Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg von Bertolt Brecht Musik von Paul Dessau Für die Aufführung der Luisenburg-Festspiele eingerichtet von Max Doehlemann Zwischenmusiken auf der Grundlage der Songs von Paul Dessau Anna Fierling, genannt Mutter Courage: Rosel Zech Kattrin, ihre stumme Tochter: Johanna Marx Eilif, der ältere Sohn: Matthias Lehmann Schweizerkas, der jüngere Sohn: Matthias Ransberger Der Werber: Holger Matthias Wilhelm Der Feldwebel: Jan Gebauer Der Koch: Peter Kaghanovitch Der Feldhauptmann: Michael Boettge Der Feldprediger: Ulrich Gebauer Der Zeugmeister: Uwe Schwalbe Yvette Pottier: Christine Nonnast Der mit der Binde: Bernd Wünsche ein anderer Feldwebel: Jan-Hinnerk Arnke Der alte Obrist: Dietmar Irmer ein Schreiber: Johann Anzenberger ein junger Soldat: Michael Pöllmann ein älterer Soldat: Günter Ziegler Verletzte: Uschi Reifenberger, Michael Boettge ein Bauer: Jan Gebauer Die Bauersfrau: Caroline Hetényi Der junge Mann: Holger Matthias Wilhelm Die alte Frau: Uschi Reifenberger ein junger Bauer Konstantin Krisch Der Fähnrich: Jan-Hinnerk Arnke Der singende Soldat: Jürgen Fischer ein Soldat: Konstantin Krisch Die Ansagerin: Jolanta Szczelkun Trommler: Christoph Braun, Julian Fuchs, Johannes Geiger, Heiko Geyer, Sven Kahl, Sebastian Lorkarn Soldaten: Thomas Braun, Simon Gabriel, Nikolaj Haas, Florian Käs, Maximilian Kilgert, Stefan Kirsch, Sebastian Küffner, Norbert Reichel, Helmut Schmitt, Michael Sticht, Matthias Unger, Tim Zemsch Musiker: Max Doehlemann (Tasteninstrumente), Matthias Harig (Trompete), Arthur Hornig (Cello), Andreas Kohlmann (Schlagzeug) Regie & Bühne: Pierre Walter Politz Kostüme: Susanne Thaler Musikalische Leitung: Max Doehlemann Choreographie: Sebastian Eilers Regieassistenz: Stefan Pohl Inspizienz: Dietmar Irmer Souffleuse: Christa Guck Maske: Andrea Pavlas (Chefmaskenbildnerin), Sylvia Schröder Kostümabteilung: Heide Schiffer-El Fouly (Leiterin), Anja Müller (Kostümassistentin), Günther Biank (Herrengewandmeister), Brigitte Jerger (Gewandmeisterin), Kristin Hoyer, Berit Langer, Kerstin Schusser, Martina Krist (Fundusverwalterin) Requisite: Uwe Schwalbe (Leiter), Bernd Wünsche (Werkstatt), Petra Andrea Bachmayer (Assistentin) Ton: Tobias Busch (Tonmeister) Beleuchtung & Pyrotechnik: Thomas Ködel (Leiter), Andreas Lucas (Beleuchtungsmeister), Jürgen Dietl, Stefan Pfliegensdörfer, Roland Schuster Bühnenbetrieb: Anton Freundorfer (Vorarbeiter), Johann Geiger, Sergej Reider, Reinhard Werner, Ralf Winklmüller, Yehia Yehia echnische Leitung: Jörg Brombacher Die Dekoration wurde im Bauhof der Stadt Wunsiedel gebaut Wir bedanken uns bei Familie Rohrer, Höchstadt, für die freundliche Leihgabe der Kanone Aufführungsrechte: Suhrkamp-Verlag, Frankfurt Premiere: 2. Juli 2009 Aufführungsdauer: ca. 2 1/4 Stunden |