Sebastian König

Statt eine Biographie die Laudation zum Nachwuchspfreis von Dr. Franz-Josef Görtz:

ãSeine Spielereien waren ihm ernst“, hat Lion Feuchtwanger von Alexandre Dumas gesagt. Und vollkommen recht hatte er damit, als habe er zugleich an die Schauspieler gedacht, welche die Figuren aus seinen Romanen auf die Bühne bringen dürfen. Spielfreude, Lust am Schau-Spiel ist da gefordert, virile Kraft und Grazie im gleichen Atemzug. Denn viel Atemluft braucht man auch, um solche Rollen wie die vom vierten Musketier d’Artagnan durchzustehen, Atemluft und solchen sportiven Ehrgeiz wie Sebastian König, den die Jury in diesem Jahr mit dem Nachwuchspreis der Festspielpreis Wunsiedel auszeichnet.

Sebastian König ist gebürtiger Frankfurter vom Jahrgang 1981, hat dort auch sein Abitur gemacht, vorher aber ein Jahr auf einer High School in Toronto/Kanada absolviert, während der Zeit auf dem Gymnasium in einem Frankfurter Theaterstudio erste Bekanntschaft mit dem Theater gemacht, während der Zivildienstzeit dann seine ersten Erfahrungen mit dem ãrichtigen“ Theater gesammelt. Sein Bühnedebüt gab er 2001 ebenfalls in Frankfurt ­ am Papageno-Theater im ãKleinen Muck“. Wenig später begann er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien seine Schauspielausbildung, studierte dort unter anderem bei Klaus Maria Brandauer und Istvan Szabo und schloß 2005 mit Auszeichnung ab.

Schon drei Jahre zuvor wurde Sebastian König von Michael Zanecki zum Theaterfestival Pergolei Spbtini bei Ancona eingeladen. Im Jahr darauf war er am Schlosstheater Wien engagiert, von wo ihn Anselm Weber nach Essen holte. Dort spielte er den Lysander im ãSommernachtstraum“ - eine Rolle, die ihm den Publikumspreis beim Theaterfestival ãRakikal jung“ am Münchner Volkstheater einbrachte. Man sah ihn in Essen außerdem in den ãRäubern“ als Karl Moor und in Hebbels ãNibelungen“ sowie 2004 in dem Kurzfilm ãNiemals vergessen“.

Die Sympathien des Publikums hatte Sebastian König zweifellos auch bei den Luisenburg-Festspielen. Und sie waren so uneingeschränkt wie die Bewunderung der schauspielerischen ebenso wie der sportlichen Leistung wegen, die seine Fechtkünste von ihm forderten. Sebastian hat den Musketier d’Artagnan mit Elan und verschwenderischer Spielfreude (auch ein Feuchtwanger-Wort) zum unverwechselbaren Charakter werden lassen.

Dafür wurde ihm von der Kritiker-Jury der Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel zuerkannt.