Michael Pascher Statt der Biographie die Laudatio zum Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2005 von Anastasia Poscharsky-Ziegler : Ich habe die Freude und die Ehre im Namen der Jury den Gewinner des Nachwuchspreises der Festspielstadt Wunsiedel 2005 im Königin Luise Jahr bekanntzugeben. Michael Pascher beweist, dass man auch als Debütant und in Nebenrollen tiefen Eindruck hinterlassen kann. Bevor ich den 25-jährigen Tiroler und Wahlwiener persönlich würdige, möchte ich im Namen aller fünf Theaterkritiker der Jury dem gesamten Ensemble dieser Spielzeit unsere Bewunderung und Hochachtung aussprechen: alle, die auf dieser mächtigen Naturbühne bestehen und vor großem Publikum allen möglichen Überraschungen des Wetters trotzen, verdienen und haben einen Ehrentitel: sie sind alle Burgschauspieler, Luisen-Burg-Schauspieler! Michael Pascher spielt in dieser Saison in Felix Mitterers "Geierwally", inszeniert von Michael Lerchenberg, in zwei Nebenrollen mit. Die Jury war begeistert von der Wandlungsfähigkeit des jungen Darstellers, der hier gerade in seinem allerersten professionellen Engagement steht. Pascher absolvierte das renommierte Max-Reinhardt-Seminar in Wien, sowie Camera Acting Workshops, unter anderem bei Istvan Czabo. Schon während seiner Ausbildungszeit sammelte er reiche Bühnenerfahrungen, etwa in Marie-Luise Fleissers "Fegefeuer in Ingolstadt", im Millers "Tod eines Handlungsreisenden", und Horvaths "Gschichten aus dem Wienerwald". Auch in TV-Produktionen von ORF, ARD und SAT-1 ("Vier Frauen ein Todesfall" oder das "11er Haus"), sowie bei Filmproduktionen (wie "Merry Christmas" und "Ein Sommer auf Wolke 7") wirkte Pascher schon mit. Eine mögliche Erklärung für sein Talent ist seine verwandschaftliche Verbindung mit der Exl-Bühne verbunden ist, die vor fünfzig Jahren die Bühne des Tiroler Volkstheaters schlechthin war. Hier auf der Luisenburgbühne ist Pascher einmal ganz in alpenländischer Manier, als Bote, als Hochzeitslader und Gstanzlsänger, als gstandnes Mannsbild ganz bajuwarischen Charakters zu sehen. Nicht wiederzuerkennen ist Michael Pascher dann in seiner zweiten Rolle als eigenbrötlerischer, menschenscheuer Leander Klotz: Allein mit seinem Bruder Benedikt lebt dieser unergründliche wilde Bergbauer in der einsamen Höhe der Berge, auf dem Rofenhof. Plötzlich konfrontiert ihn das Schicksal mit einer starken Frau, der Geierwally, er reagiert sympathisch verwirrt, es kommt zu humorvollen Szenen, in denen Pascher eine für sein junges Alter seltene Begabung zur Komik beweist. Pascher fällt in kein Klischee, sondern zeichnet den Sonderling in feinen Nuancen, als empfindsamen und nicht unklugen Menschen. Mutig und tapfer verteidigen beide Brüder Klotz Wally vor ihrem brutalen Vater, möchten sie bei sich behalten, doch sie zieht weiter. In seinem kargen Leben hat Michael Pascher als Leander Klotz nur eine Freude: das Lesen des Wochenblatts. Trotz der wüsten Beschimpfungen des Bruders, der ständig gegen "die blöde Zeitung" und das "windige Blattl" wettert, informiert Leander Klotz sich lesend über die Welt. Das hat uns Journalisten besonders gut gefallen! Im Namen der Jury und des Intendanten darf ich nun Michael Pascher ganz herzlich gratulieren und ihm für seine Zukunft das Beste wünschen!. |