Stefan Murr

Stefan Murr spielte nach dem Orlando in "Wie es Euch gefällt“ und dem Perchik in "Anatevka" bei den Luisenburg-Festspielen 2006 die Rolle des Sohnes Lenz in "Der Wittiber“.

Statt einer Biographie die Laudatio auf den Preisträger des Nachwuchspreises der Festspielstadt Wunsiedel 2006 von Michael Lerchenberg:

Der Träger des Nachwuchspreises der Festspielstadt Wunsiedel 2006 ist Stefan Murr. Stefan Murr wurde 1976 in Bad Tölz geboren, nach dem Abitur besuchte er die Otto-Falckenberg-Schule in München und durfte an den Münchner Kammerspielen erste Theatererfahrungen machen. Ebenfalls noch als Student spielte er 2001 in Carl Orffs "Osterspiel“ im Münchner Prinzregententheater.

Stefan Murr hat sich entschlossen nach seiner Schauspielausbildung den steinigen Karriereweg eines freiberuflichen Schauspielers einzuschlagen. Dies ist ihm bis jetzt erstaunlich gut gelungen. Er dreht für Fernsehen und Kino, sein erster Film war eine Produktion von Herbert Achternbusch, aber auch an den Münchner Theatern ist er stets als Gast präsent. Für seine Hauptrolle des Sohnes in dem Stück "Das Fest" etwa, unter der Regie von dem auch hier auf der Luisenburg geschätzten Gerd Lohmeyer, wurde Stefan Murr 2003 mit dem Theaterförderpreis des Münchner Merkur ausgezeichnet.

Stefan Murr gehört zu den "zweisprachigen" Schauspielern. Bei den Luisenburg-Festspielen hat man ihn zum ersten Mal 2004 quasi hochdeutsch gesehen: Einmal als Lehrer Perchik in "Anatevka" und dann in der Hauptrolle des Orlando, des jugendlichen Liebhabers in Shakespeares "Wie es Euch gefällt".

In diesem Jahr spielt er die tragische Figur des Sohnes Lenz in der Dramatisierung von Ludwig Thomas "Der Wittiber". Über sein Spiel konnte man etwa in der Bayrischen Staatszeitung lesen: "Stefan Murr spielt diesen scheinbaren Weichling zunächst als Vaterversteher, der nur ab und an von Gefühlseruptionen überwältigt wird. Doch in ihm steckt ein Mörder aus falsch verstandener verlorener Ehre, der seine Aggression im tragischen Schluß gegen die richtet, die noch schwächer ist als er. Diese schwierige, weil zunächst unscheinbare Rolle wird von Murr einfühlsam und nachvollziehbar gegeben, zeigt er doch vor allem an den leisen Stellen, daß er noch mehr als sein Vater das Opfer derer ist, die sich so gerne das Maul über andere zerreißen.“

Die Jury hat besonders hervorgehoben, daß in Stefan Murr ein junger, eben auch bairischer Schauspieler heranwächst, der in der Sicherheit seines Umgangs mit dem Dialekt, seiner Kraft, aber auch seiner Sensibilität, seinem natürlichen Charme und seinem schauspielerischen Können zeigt, daß dem anspruchsvollen Volkstheater auch in Zukunft die Darsteller nicht ausgehen werden.

Ich gratuliere ihm herzlich und wünsche ihm noch viele schöne Rollen.