Matthias Lehmann

Matthias Lehmann kam 2007 zu den Luisenburg-Festspielen, spielte u.a. eine Hexe in Orffs "Die Bernauerin", 2008 den Schweizer in Schillers "Die Räuber" und 2009 den Kneckt Alfred in "Michel aus Lönneberga" und in "Peer Gynt". 2010 kommt er wieder und spielt u.a. in "Die Kleine Hexe", in "Tannöd" und den Brad in "The Rocky Horror Show".

Statt einer Biographie die Laudatio von Michael Lerchenberg zum Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel:

Wieder einmal bestätigt sich die alte Theaterweisheit: Es gibt keine kleinen und großen Rollen, sondern nur kleine und große Schauspieler!

Aufgefallen ist der Nachwuchspreisträger der Festspielstadt Wunsiedel 2008 der Jury, im Vergleich zu den vielfältigen Aufgaben anderer junger Preisverdächtiger, in einer einzigen und eher kleinen Rolle.

Aber er ist ein wahrhaft Großer, erst einmal vor allem körperlich. Und wir hoffen, dass zu seinem Gardemaß von über 1,95 auch noch das Können, die Reife und die Souveränität im Bühnenspiel dazukommen, die ihn dann auch im Schauspielerberuf zu einer wahren Größe werden lassen.

Der Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel 2008 geht an Matthias Lehmann.

Matthias Lehmann wurde 1981 in Schongau geboren. Nach dem Abitur studierte er in Köln Japanologie, um dann doch Schauspieler werden zu müssen. Ausgebildet wurde er nicht an einer der großen staatlichen Schulen, sondern er hat den steinigeren Weg gewählt und ging an die private Schauspielschule Regensburg. Im Sommer 2007 hat er dort seine Ausbildung abgeschlossen und sein vorgeschriebenes Berufspraktikum im letzten Sommer hier auf der Bühne der Luisenburg absolviert. Er war als Gardist des Kardinals in den ã3 Musketieren“ eingesetzt und war als einer der Freunde Herzog Albrechts und als eine der spektakulären Hexen in der "Bernauerin" zu sehen.

Den Nachwuchspreis 2008 erhält er nun für seine Darstellung des Räubers "Schweizer" in Friedrich Schillers "Die Räuber". Hier überzeugte er die Jury mit seiner souveränen Präsenz und seiner klaren Führung der Figur. Er ist hoch musikalisch, sein Spiel, seine Sprache und sein Körpereinsatz machen ihn zu einem "Hingucker", er interessiert, und das obwohl er sich angenehm in die Räubertruppe integriert und nicht etwa versucht, auf Kosten seiner Kollegen zu brillieren. Er ist groß und sieht gut aus, wurde also von der Natur hervorragend für diesen Beruf ausgestattet. Hier in seiner Rolle als "Schweizer" ist er der Jury nun als Begabung wirklich aufgefallen und wir wünschen ihm von Herzen, dass diese Auszeichnung ihm den Weg öffnet in unserem Beruf nach oben zu kommen und ein wirklich Großer zu werden.